Unesco kritisiert schlechtere Bildungschancen für Flüchtlingskinder

Unterrichtsraum einer syrischen Schule

© epd-bild/Uwe Pollmann

Syrische Schule im tuerkischen Grenzort Mardin. Unterstützung bekommt die von der deutschen Welthungerhilfe, die Flüchtlingskindern den Schulbesuch ermöglichen.

Flüchtlingskinder haben weltweit schlechtere Chancen auf eine gute Bildung. Einige Länder schließen diese Kinder und Jugendlichen aus ihren nationalen Bildungssystemen aus, wie aus dem am Dienstag in Berlin vorstellten Unesco-Weltbildungsbericht 2019 hervorgeht. Gelobt wurde hingegen Deutschland für seinen Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen und Migranten ins Bildungssystem.

Die weltweite Unesco-Präsentation fand zum ersten Mal in Deutschland statt. Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur bewertet jedes Jahr die Bildungsfortschritte in der Welt. Geprüft wird etwa das Erreichen des globalen Nachhaltigkeitsziels, bis 2030 für alle Menschen eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherzustellen.

Der aktuelle Weltbildungsbericht mit dem Titel "Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern" zeige unter anderem, dass die Sprachförderung von Geflüchteten in Deutschland überdurchschnittlich sei, hieß es weiter. Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer (CDU), betonte, dass die Sprache der Schlüssel für Bildung und Integration sei. Zugleich konstatiert der Weltbildungsbericht noch Verbesserungsbedarf bei der Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem.



Laut Unesco sind über die Hälfte der weltweit geflüchteten Menschen unter 18 Jahre alt. Asylsuchende Kinder, die in Ländern wie Australien, Ungarn, Indonesien, Malaysia und Mexiko in Lagern leben, hätten jedoch nur eingeschränkten Zugang zu Bildung. Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch, burundische Flüchtlinge in Tansania, Karen-Flüchtlinge in Thailand und viele afghanische Flüchtlinge in Pakistan besuchten nur separate und zum Teil nicht anerkannte Schulen.

In acht der zehn Länder mit den meisten Flüchtlingen gebe es jedoch auch deutliche Fortschritte bei ihrer Integration in die nationalen Bildungssysteme, darunter einkommensschwache Länder wie Tschad, Äthiopien und Uganda, stellte die Unesco weiter fest.