FDP-Menschenrechtlerin Jensen: Asia Bibi nach Deutschland holen

Proteste in Pakistan gegen den Freispruch der pakistanischen Christin Asia Bibi.

© Fareed Khan/AP/dpa

Unterstützer der Muttahida Majlis-e-Amal, einer Allianz islamistischer Parteien, protestieren gegen den Freispruch der pakistanischen Christin Asia Bibi.

Deutschland spricht 2019
FDP-Menschenrechtlerin Jensen: Asia Bibi nach Deutschland holen
Die immer noch vom Tode bedrohte pakistanische Katholikin Asia Bibi soll nach Deutschland kommen, wenn es nach der Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses im Bundestag geht.

Die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Bundestag, Gyde Jensen (FDP), hat die Bundesregierung aufgefordert, die pakistanische Christin Asia Bibi nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis nach Deutschland zu holen. Bibis Leben hänge "am seidenen Faden", sagte Jensen (FDP) dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag). Die Bundesregierung müsse alle diplomatischen Hebel in Bewegung setzen, ihr Leben zu schützen.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es dazu: "Wir sind mit der pakistanischen Regierung und unseren Partnern im Gespräch. Für uns steht der Schutz von Asia Bibi und ihrer Familie im Vordergrund." Eine Reihe von europäischen Ländern wären gegenüber einer Aufnahme von Asia Bibi aufgeschlossen, sollte sie Pakistan verlassen können und wollen. Dazu gehöre selbstverständlich auch Deutschland, hieß es weiter.

Die 2010 in Pakistan wegen Blasphemie zum Tode verurteilte Katholikin war vom Obersten Gericht am 31. Oktober überraschend freigesprochen worden. Gegen ihren Freispruch gab es gewaltsame Proteste im Land. Bibi wurde nach Angaben der Regierung an einem nicht genannten Ort "sicher" untergebracht. Ihr Anwalt Saif-ul-Malook sagte unterdessen der "Bild am Sonntag": "Meine Mandantin wäre glücklich, wenn sie mit ihrer Familie nach Deutschland ausreisen könnte."

Die fünffache Mutter war 2009 nach einem Dorfstreit um ein Glas Wasser wegen Gotteslästerung angezeigt worden. Ein Gericht verurteilte sie 2010 zum Tode. In dem islamischen Land mit 200 Millionen Einwohnern machen Christen knapp zwei Prozent der Bevölkerung aus.

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