Erklärung gegen Antisemitismus beendet Herbsttagung der badischen Landessynode

Türme mit Kreuz und Davidstern

Foto: KaraGrubis/iStockphoto/Getty Images

Türme mit Kreuz und Davidstern

Deutschland spricht 2019
Erklärung gegen Antisemitismus beendet Herbsttagung der badischen Landessynode
Eine Erklärung gegen den wachsenden Antisemitismus in der Gesellschaft hat die badische evangelische Landeskirche verabschiedet. "Christlicher Glaube und Judenfeindlichkeit schließen einander aus", heißt es in der am Donnerstag in Bad Herrenalb verabschiedeten Erklärung mit dem Titel "Antisemitismus ist Gotteslästerung". Darin widerspricht die Landeskirche zudem allen Formen der Diskriminierung und Diffamierung von Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religions- und Glaubensgemeinschaft.

Die Synodalen forderten dazu auf, sich öffentlich gegen "jegliche Form von Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Kirche und Gesellschaft zu wenden". Kirchliche Einrichtungen sollten zudem den Dialog mit der jüdischen Gemeinschaft intensivieren und im interreligiösen Gespräch den Dialog mit dem Judentum und dem Islam fördern. Die Landessynode bejahte in der Erklärung das Existenzrecht des Staates Israel. Sie hoffe auf ein "versöhntes Miteinander von jüdischen und palästinensischen Menschen im Heiligen Land in einem gerechten und fairen Frieden für Alle", heißt es weiter. Mit dem Schwerpunktthema Antisemitismus und der Erklärung positioniere sich die Landessynode bewusst und wende sich zudem öffentlich auch gegen jede andere Form von Rassismus, sagte Synodalpräsident Axel Wermke.

Am Montag hatte der baden-württembergische Antisemitismus-Beauftragte Michael Blume mehr Ehrlichkeit beim Thema Juden- und Israelfeindlichkeit gefordert. Meist werde Antisemitismus "nur als Thema von Schulkindern, von jungen Männern, Migranten und weniger Gebildeten verortet". Dabei werde vergessen, dass sich immer wieder auch Senioren aus der Mitte der Gesellschaft antisemitisch radikalisierten, kritisierte Blume.



Als Neuerung beschlossen die Synodalen, künftig weitere vier Personen unter 27 Jahren in die Landessynode zu berufen. "Jugend ist die Zukunft der Kirche", erklärte Wermke. Auf dem Programm der fünftägigen Sitzung standen unter anderem auch die kirchliche Friedensarbeit, 100 Jahre Kirchliche Hochschule Freiburg und der Prozess zur strategischen Steuerung der Landeskirche. Als Akteurin in der Zivilgesellschaft setze sich die Landeskirche für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts ein, heißt es in den strategischen Schwerpunktthemen: Die Kirche bringe "mutig und selbstbewusst" christliche Werte und Überzeugungen in die Zivilgesellschaft ein.

Die Herbsttagung der badische Landessynode ging am Donnerstag zu Ende. Sie ist das Kirchenparlament von mehr als 1,15 Millionen badischen Protestanten von Wertheim im Norden bis zum Bodensee im Süden. Sie verabschiedet die Kirchengesetze, beschließt den Haushalt, entscheidet in Personalfragen und wählt den Landesbischof.