Bistum Limburg verteidigt Hochschul-Rektor gegenüber dem Vatikan

Ansgar Wucherpfennig, Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main.

© Frank Rumpenhorst/dpa

Ansgar Wucherpfennig, Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main auf dem Campus der Hochschule an seinem Schreibtisch.

Das Bistum Limburg streitet mit dem Vatikan über eine Personalie. Rom will nicht zustimmen, den Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig erneut zum Rektor der Hochschule Sankt Georgen zu ernennen. Grund sind unter anderem schwulenfreundliche Äußerungen.

Personalie mit politischer Brisanz im Bistum Limburg: Der Vatikan verweigert seine Zustimmung zu der erneuten Ernennung des Leiters der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main, Ansgar Wucherpfennig. Das bestätige das Bistum am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Jesuitenpater hatte sich 2016 in einem Zeitungsinterview positiv darüber geäußert, Frauen den Weg ins Priesteramt zu ebnen. Außerdem hatte er Diskriminierung von Homosexuellen in der katholischen Kirche kritisiert.

Limburger und Jesuiten wollen an Personalie festhalten

Nach Sicht des Vatikans stimmen diese Äußerungen "nicht mit der Lehre der Kirche" überein, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Jesuitenordens und des Bistums Limburg. Der Limburger Bischof Georg Bätzing und das Oberhaupt des deutschen Jesuitenordens, Johannes Siebner, wollen an Wucherpfennig festhalten. Beide hoffen, dass der Vatikan Wucherpfennigs Bestätigung als Rektor doch noch zustimmen wird. "Ich kann mir, ehrlich gesagt, gar nichts anderes vorstellen, als dass es sich um ein Missverständnis handelt. Ansonsten wäre es ein empörender Vorgang", erklärte der Provinzial der Jesuiten in Deutschland, Siebner, am Montag. Bischof Bätzing hat seine Zustimmung zur Wiederwahl Wucherpfennigs bereits erklärt.

Wucherpfennig leitet die Hochschule seit dem Jahr 2014. Er war im Februar 2018 für eine dritte zweijährige Amtszeit wiedergewählt worden - vorbehaltlich einer "Unbedenklichkeitserklärung", die die vatikanische Bildungskongregation zusammen mit der Glaubenskongregation ausstellt. Das sogenannte Nihil obstat wollten die Vatikan-Behörden dem Theologieprofessor jedoch nicht erteilen.

Vatikan fordert nun den Widerruf

2016 hatte Wucherpfennig in einem Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" die biblischen Verurteilungen der Homosexualität als "tiefsitzende, zum Teil missverständlich formulierte Stellen" bezeichnet. Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" warb er wenig später dafür, Homosexuelle nicht zu diskriminieren. Der "Frankfurter Neuen Presse" sagte Wucherpfennig außerdem: "Wenn Papst Franziskus die Kirche dazu aufgefordert hat, über das Diakonat der Frau nachzudenken, ist das noch zu kurz gegriffen." Die Bildungskongregation des Vatikan fordert nun den Widerruf dieser Aussagen.

Seit dem 1. Oktober 2018 wird die Sankt-Georgen-Hochschule kommissarisch von Prorektor Thomas Meckel geleitet. Der Aufforderung zum Widerruf wolle Wucherpfennig nicht nachkommen, schreibt der "Kölner Stadt-Anzeiger", der als erstes über den Fall berichtet hatte. Sollte die Bildungskongregation tatsächlich das "Nihil obstat" verweigern, müsse nach den Statuten der Hochschule ein neuer Rektor gewählt werden, sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle. Die Hochschule bildet unter anderem den Priesternachwuchs für mehrere katholische Bistümer in Deutschland aus.

Der Vorsitzende des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ), Thomas Andonie, nannte die geplante Absetzung einen "unerträglichen Vorgang". "Hier missbrauchen Akteure der Kirche ihre Macht", sagte er. Auch die katholische Laienbewegung "Wir sind Kirche" rief zum Widerstand gegen die Entscheidung des Vatikans auf.

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