17 afghanische Flüchtlinge von München aus abgeschoben

17 afghanische Flüchtlinge sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit einem Charterflug von München nach Kabul gebracht worden. Das bayerische Landesamt für Asyl und Flüchtlinge bestätigte am Mittwochmorgen die erneute Sammelabschiebung, die das Bundesinnenministerium organisiert hätte. Acht der Abgeschobenen hätten zuletzt in Bayern gelebt. Drei davon seien rechtskräftig verurteilte Straftäter gewesen, hieß es.

 Der zunächst zur Abschiebung vorgesehene 23-jährige Majtaba A. aus Passau saß nicht in der Maschine. Ihn hatte die Regierung von Niederbayern wieder von der Liste genommen, weil man erneut "Hinweise auf eine Beschäftigungsmöglichkeit und seine Integrationsleistungen" klären und bewerten wollte, wie eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. Der junge Mann könnte nach einem Jahr Berufsschule noch in diesem Herbst eine Ausbildungsstelle als Koch in einer Passauer Brauereigaststätte antreten. Doch die Zentrale Ausländerbehörde in Deggendorf habe ihm die Arbeitserlaubnis verweigert.

Am Dienstagabend waren wieder Asylunterstützer gegen die Abschiebung auf die Straße gegangen. In Nürnberg forderten Demonstranten vor der Lorenzkirche wegen der schlechten Sicherheitslage, auf Rückführungen nach Afghanistan zu verzichten. Außerdem kritisierten sie eine Aushöhlung des Asylrechts.