Grütters enttäuscht über Absage für "DAU"

Mauerbau-Kunstprojekt "DAU"

Foto: Mathias Schwerbrock/dpa

Mauerteile für Berliner DAU-Projekt. Bei dem Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky sollte vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein Gebäudekomplex am Berliner Boulevard Unter den Linden mit einer Betonmauer abgeriegelt werden, um dahinter ein diktatorisches System erlebbar zu machen.

Grütters enttäuscht über Absage für "DAU"
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ist enttäuscht über die Absage für das Mauerbau-Kunstprojekt "DAU", hat aber auch Verständnis für die vorgebrachten Sicherheitsbedenken.

Mit Blick auf die hitzige Debatte im Vorfeld unterstrich Grütters am Freitag in Berlin, sie hätte sich mehr Offenheit für das Projekt gewünscht, gerade auch gegenüber den beteiligten Künstlern aus aller Welt. Die Berliner Behörden hatten am Freitagmorgen bekanntgegeben, dass sie das Projekt aus Sicherheitsgründen nicht genehmigen.

Bei dem Kunst- und Sozialexperiment sollten Besucher unter anderem die Erfahrung von Freiheitsverlust und totalitären Systemen machen können. Dafür sollte vom 12. Oktober an für knapp vier Wochen ein Areal zwischen der Straße Unter den Linden und dem Werderschen Markt nach dem Vorbild der Berliner Mauer eingemauert werden. Besucher hätten ein Visum benötigt und ihr Handy abgeben müssen. "DAU" geht auf ein europäisches Film- und Performanceprojekt unter Leitung des russischen Regisseurs Ilja Chrschanowski zurück.



"Bei allem Respekt gerade auch denen gegenüber, die das Projekt schon im Vorfeld für eine Zumutung gehalten haben - ich hätte mich gefreut, wenn wir es in Berlin überhaupt kennengelernt hätten", sagte Grütters. Nur wer den Mut zum Experiment habe, schaffe Fortschritt und sei "Avantgarde im besten Sinn". Künstler und Intellektuelle bewahrten so die Gesellschaft "vor Trägheit und Einförmigkeit". Deshalb sei sie persönlich neugierig gewesen auf dieses künstlerische Experiment.

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