Ehrenamtliche im Hospiz öffentlich würdigen

Ehrenamtliche im Hospiz

Foto: dpa/Norbert Försterling

Eine Pflegerin hält die Hand einer todkranken Patientin.

Ehrenamtliche im Hospiz öffentlich würdigen
Ehrenamtliche Hospizhelfer müssen nach Ansicht des Gießener Theologen und Soziologen Reimer Gronemeyer für ihre Leistung mehr gewürdigt werden. Die Ehrenamtlichen seien ein "leuchtendes Beispiel für die Gesellschaft", sagte Gronemeyer dem Evangelischen Pressedienst (epd).
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In seinem neuem Buch "Die Kunst der Begleitung. Was die Gesellschaft von der ehrenamtlichen Hospizarbeit wissen sollte" schlägt er zum Beispiel vor, die Medien könnten mehr über die freiwilligen Mitarbeiter berichten. Auch die Politik sollte mit Ehrungen und Urkunden das Engagement ehrenamtlicher Hospizmitarbeiter sichtbarer machen, sagte Gronemeyer. Eine Bezahlung Ehrenamtlicher lehnte der Forscher jedoch ab. Gerade in den unentgeltlichen Bemühungen bestehe die Kostbarkeit des Ehrenamts.

Er betrachte den Professionalisierungsschub in einigen neuen Hospizen mit Sorge. Oftmals seien dort Ehrenamtliche nicht gerne gesehen, weil die Einrichtungen deren Einsätze nicht genau planen könnten, sagte Gronemeyer. Ehrenamtliche würden als "Störfaktor" betrachtet. Das sei ein völlig falsches Signal an die Gesellschaft.



Einführungskurse für neue Ehrenamtliche seien - in Maßen - sinnvoll. Hierbei könnten die Menschen merken, ob die Aufgabe etwas für sie sei oder nicht. Wichtiger sind nach den Worten von Gronemeyer aber die Erfahrungen in der Praxis. Er sagte: "Empathie hat man oder nicht." Im Gegensatz zu Ärzten und hauptamtlichen Mitarbeitern hätten Ehrenamtliche oftmals viel mehr Zeit und Gelassenheit, um für die Besucher im Hospiz da zu sein. Zeit sei das Allerwichtigste in den letzten Stunden des Lebens, betonte Gronemeyer.

In der freiwilligen Hospizarbeit gebe es ein Nachwuchsproblem. Bisher würden sich in Deutschland fast 90 Prozent Frauen engagieren, von denen die meisten über 60 Jahre alt seien. Es sei fraglich, ob die jetzige Generation in ihre Fußstapfen treten werde. Zurzeit sind nach eigenen Angaben etwa 120.000 Menschen in der Hospizarbeit und Palliativversorgung tätig. Die meisten von ihnen arbeiten ehrenamtlich.

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