Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bringt Vorteile

Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bringt Vorteile
Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber sieht im Verzicht auf fossile Energieträger viele Vorteile. "Die notwendige Transformation zu einer sozial- und umweltverträglichen Gesellschaft sollten wir als Chance verstehen, eine bessere Moderne zu schaffen, die Kreisläufe schließt, regionale Ökonomien unterstützt, Landwirtschaft nachhaltig denkt", sagte der Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstag).
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"Spätestens nach der Finanzkrise stehen wir an einem Punkt, an dem niemand mehr wirklich weiß, wie es mit dem alten System weitergehen kann." Ein Systemwechsel sei also "nicht nur dringend notwendig, er ist auch unabdingbar, um nachfolgenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen", betonte Schellnhuber.

"Zusätzlich zur Klimastabilisierung können wir enorm viel gewinnen, wenn wir in eine Welt ohne fossile Energien eintreten." Seit der industriellen Revolution würden Kohle, Öl und Gas verfeuert und ermöglichten damit eine permanente Expansion von Produktion und Konsum. "Und doch gibt es immer noch weltweit Hunger, Arbeitslosigkeit und Armut", sagte der Klimaforscher.



Mit Blick auf die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission, der Schellnhuber angehört, sagte der Wissenschaftler, "allen Beteiligten und Betroffenen dort sollte eigentlich klar sein, dass die Epoche der Braunkohle unweigerlich zu Ende geht und ein Strukturwandel unvermeidbar ist". "Wenn wir global das Pariser Abkommen tatsächlich umsetzen wollen, muss die Kohleverstromung 2030 enden", sagte der Wissenschaftler.

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