"Mission Lifeline" bietet Seehofer Schirmherrschaft an

Dresdner Seenotrettungsverein "Mission Lifeline" hat Bundesinnenminister Horst Seehofer die Schirmherrschaft für die Einsätze zur Flüchtlingsrettung im Mittelmeer angeboten.

Hermine Poschmann/Mission Life/dpa

Flüchtlinge stehen am Bug des Rettungsschiffes Lifeline der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline.

Der Dresdner Seenotrettungsverein "Mission Lifeline" hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Schirmherrschaft für die Einsätze zur Flüchtlingsrettung im Mittelmeer angeboten.

"Wir bieten Herr Seehofer die Schirmherrschaft der Mission an, wenn er die 'Lifeline' besucht und sich für die deutsche Beflaggung einsetzt", erklärte der Sprecher des Vereins, Axel Steier, am Freitag in Dresden.

Immer mehr Menschen kritisierten die Kriminalisierung der Seenotretter im Mittelmeer durch die Politik und zeigten sich solidarisch. "Wir bieten Herrn Seehofer die Chance zur Umkehr, zurück zur Menschlichkeit. Wir reichen auch ihm symbolisch den Rettungsring", erklärte Steier.     

Bis Freitag hatten knapp 100.000 Menschen eine an den Bundesinnenminister gerichtete Internetpetition des Dresdner Vereins unterschrieben, die von den maltesischen Behörden festgesetzte "Lifeline" zu besuchen. In der auf dem Portal "change.org" veröffentlichten Petition lädt der Dresdner Hilfsverein Seehofer ein, an einer ihrer Seenotrettungsmissionen im Mittelmeer teilzunehmen.

"Wir laden Sie ein, sich anzuschauen, wie verzweifelt die Menschen sind, die wir retten und wie sich die Leere anfühlt, wenn Menschen sterben, denen man hätte helfen können", heißt es. Der Kapitän der "Lifeline", Claus-Peter Reisch, steht seit dem 2. Juli in Malta vor Gericht, weil er das Schiff fehlerhaft registriert haben soll. Die maltesischen Behörden bezweifeln, dass die "Lifeline" rechtmäßig unter niederländischer Flagge fuhr.

Seehofer hatte am Donnerstag die Schirmherrschaft des Deutschen Nachbarschaftspreises zurückgegeben, nachdem Initiativen wie die Berliner Organisation "Moabit Hilft" ihre Nominierung für den Preis aus Protest zurückgezogen hatten. Der Bundesinnenminister sprach von "diskreditierenden Äußerungen", in denen ihm Toleranz, Mitmenschlichkeit und Offenheit abgesprochen würden.