"Brot für die Welt" kritisiert Flüchtlingspolitik

"Brot für die Welt" kritisiert Flüchtlingspolitik
Der Leiter der Politik-Abteilung des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt", Klaus Seitz, hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für dessen Kurs in der Flüchtlingsdebatte scharf attackiert.

Es gehe nur noch um "Abschottung und Verhinderung", ein humanitärer Geist sei nicht mehr zu spüren, sagte Seitz im SWR-"Interview der Woche". Seehofers "Masterplan Migration" sei "ein Tiefpunkt der Abkehr von einer humanitären Flüchtlings- und Asylpolitik".

Der Geist des Masterplans zeuge "von einer unglaublichen Borniertheit und von einer engstirnigen Provinzialität". Er sei nur von nationalen Interessen geleitet, nicht aber von humanitären Werten, sagte Seitz.

Mehr zu Brot für die Welt
Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung
Evangelische und katholische Hilfswerke fordern eine gerechtere Verteilung von Corona-Impfstoffen. Insbesondere vulnerable Gruppen weltweit müssten versorgt werden.
Jugendliche von Fridays for Future bei einer Demonstration in Berlin.
Dagmar Pruin, die heute eingeführte Präsidentin von "Brot für die Welt", will sich künftig von zehn unter 30-jährigen Aktivistinnen und Aktivisten aus aller Welt beraten lassen. chrismon-Redakteur Burkhard Weitz fragt sie, warum.


In der Öffentlichkeit werde der Wert der Entwicklungshilfe gering geschätzt, kritisierte er. Wenn man die globalen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit mit den deutlich höheren Rüstungsetats vergleiche, könne man nicht erwarten, "dass die extreme Armut von 800 Millionen Menschen von heute auf morgen überwunden wird." Trotzdem werde auch in der deutschen Öffentlichkeit übersehen, dass die Zahl der Armen, sich seit 1990 halbiert habe - trotz des starken Bevölkerungswachstums. Dieser Erfolg habe auch mit den vielen Projekten der Hilfsorganisationen zu tun, sagte Seitz.