Evangelische Allianz: Dürfen dem Sterben im Mittelmeer nicht zusehen

Migranten auf dem Mittelmeer

Foto: Laurin Schmid/SOS Mediterranee/dpa

Mitarbeiter der Hilfsinitiative SOS Mediterranee werfen Flüchtlingen vor der libyschen Küste Rettungswesten zu.

Angesichts der Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer hat die Deutsche Evangelische Allianz einen Appell an die Europäische Union und die Regierungen der europäischen Länder gerichtet.

Es müssten noch entschlossener gemeinsame Lösungen gesucht werden, die sich an der Not der Menschen und dem Rechtsstaatsgebot orientierten, erklärte die Evangelische Allianz am Donnerstag in Bad Blankenburg. Eine Abschottung Europas oder einzelner Länder gegenüber schutz- und hilfsbedürftigen Flüchtlingen könne keine Lösung sein: "Wir sind davon überzeugt, dass auch unser Wohlstand in Europa Gottes Gabe ist, die wir in Verantwortung einzusetzen haben und uns selbstverständlich zur Hilfe und zum Teilen verpflichtet."

In der Erklärung heißt es: "Wir sind erschüttert, dass Tausende von Flüchtlingen auf der Flucht sterben, insbesondere im Mittelmeer vor den Toren Europas ertrinken. Das darf nach Gottes Willen nicht sein. Die Bibel beschreibt durchgehend, dass Gott die Notleidenden unter seinen besonderen Schutz stellt." Weiter heißt es: "Ohne Wenn und Aber müssen Menschen vor dem Ertrinken bewahrt werden und zugleich dem menschenverachtenden Schlepperwesen das Wasser abgegraben werden."

Die Deutsche Evangelische Allianz fungiert als Dachverband für rund 1,3 Millionen evangelikal, pietistisch und charismatisch ausgerichtete Christen aus Landes- und Freikirchen. Ihr Sitz befindet sich im thüringischen Bad Blankenburg.