Erste christlich-muslimische Kita startet im August

Schild mit der Aufschrift "Dialog zwischen den Religionen"

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Die bundesweit erste christlich-muslimische Kita "Abrahams Kinder" kann zu einem Leuchtturmprojekt für andere Städte werden.

Die nach Angaben der Initiatoren bundesweit erste christlich-muslimische Kindertagesstätte eröffnet nach zweijähriger Planungsphase Anfang August im niedersächsischen Gifhorn.

In der Einrichtung mit dem Namen "Abrahams Kinder" gehe es darum, im Alltag kulturelle Vielfalt zu entdecken und Unterschiede genauso wie Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, sagte der Vorsitzende des Planungskomitees, Martin Wrasmann, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). So sollten sich die Kinder beispielsweise nicht nur mit den unterschiedlichen religiösen Feiertagen befassen, sondern könnten auch gemeinsame Feste wie Erntedank feiern oder gemeinsame Lieder singen.

Ab August betreuen in den Räumen einer früheren katholischen Kindertagesstätte vier Erzieherinnen insgesamt 17 Kinder, die etwa zur Hälfte aus muslimischen und christlichen Familien stammen. Ein ähnliches Projekt sei bislang nur in Berlin geplant, sagte Wrasmann. Dort soll im Jahr 2021 eine christlich-jüdisch-muslimische Kindertagesstätte eröffnen. Eine feste jüdische Gemeinde, die sich ebenfalls beteiligen könnte, gebe es allerdings in Gifhorn nicht.

Zu den Trägern des Projekts zählen den Angaben zufolge die katholische Pfarrei St. Altfrid, die türkisch-islamische Gemeinde zu Gifhorn und die evangelische Dachstiftung Diakonie. Im Planungskomitee seien zudem Vertreter der Stadt, der kurdischen Gemeinde und ein Pastor der evangelischen Kirche, sagte Wrasmann. Er hoffe, dass die Kita "Abrahams Kinder" in Gifhorn zu einem Leuchtturmprojekt wird und in den kommenden Jahren bundesweit auch andere Städte diese Idee aufgreifen.