Evangelische Allianz fordert, Kinderrechte nicht gegen Eltern auszuspielen

Silhouette von Kind, das Hand eines Erwachsenen hält

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"Kinder dürfen nicht in eine rechtliche Distanz zu ihren Eltern gebracht werden", erklärte die Evangelische Allianz.

Bei der von der Bundesregierung geplanten Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz sollte aus Sicht der Deutschen Evangelischen Allianz mit großer Sorgfalt und Augenmaß gehandelt werden.

Durch eine Grundgesetzänderung dürfe das vorrangige Erziehungsrecht der Eltern nicht ausgehöhlt werden, mahnte das theologisch-konservative Netzwerk evangelischer Organisationen und Gemeinden am Freitag in Bad Blankenburg. Das ausgewogene Verhältnis zwischen "elterlicher Erziehungsverantwortung und staatlichem Wächteramt" müsse unangetastet bleiben.

"Kinder dürfen nicht in eine rechtliche Distanz zu ihren Eltern gebracht werden", erklärte die Evangelische Allianz. "Die Eltern tragen die primäre Verantwortung für das Wohl des Kindes. Es ist in einer freiheitlich orientierten Gesellschaft auch künftig grundsätzlich davon auszugehen, dass Eltern besser als der Staat wissen, was für ihr Kind gut ist." Auch die Geschichte zeige, wie wichtig das vorrangige Erziehungsrecht der Eltern sei, um staatliche Einflussnahme zu begrenzen und möglichen Missbrauch staatlicher Macht zu vermeiden.

Erste Aufgabe des Staates müsse es sein, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken, hieß es. Dazu gehöre auch, Familien mit Kindern ökonomisch so nachhaltig abzusichern, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden. Zudem sei eine verbesserte und bedarfsorientierte Ausstattung der gesamten familienbezogenen Infrastruktur, auch der Kinder- und Jugendhilfe und im Bildungsbereich, notwendig.

Die Deutsche Evangelische Allianz fungiert als Dachverband für rund 1,3 Millionen evangelikal, pietistisch und charismatisch ausgerichtete Christen aus Landes- und Freikirchen. Ihr Sitz befindet sich im thüringischen Bad Blankenburg.