Bistum Osnabrück will Abendmahl für evangelische Ehepartner öffnen

In Einzelfällen will das katholische Bistum Osnabrück protestantischen Ehepartnern die Teilnahme am Abendmahl erlauben.

Foto: unsplash/Kamil Szumotalski

In Einzelfällen will das katholische Bistum Osnabrück protestantischen Ehepartnern die Teilnahme am Abendmahl erlauben.

Bistum Osnabrück will Abendmahl für evangelische Ehepartner öffnen
Die katholischen Bistümer Osnabrück und Paderborn wollen das Abendmahl im Einzelfall für evangelische Ehepartner öffnen.

Das katholische Bistum Osnabrück will protestantischen Ehepartnern im Einzelfall die Teilnahme am Abendmahl erlauben. Bischof Franz-Josef Bode begrüße es, dass eine entsprechende Handreichung jetzt veröffentlicht sei, sagte Bistumssprecher Kai Mennigmann am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Wir werden im Bistum Osnabrück in Richtung dieser Orientierungshilfe handeln." Die Thematik werde bei der Herbstvollversammlung der katholischen Bischofskonferenz noch einmal aufgegriffen.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hatte bereits am Samstag angekündigt, das Abendmahl für evangelische Ehepartner in seinem Bistum zu öffnen. Nach der Orientierungshilfe soll evangelischen Gläubigen mit katholischem Ehepartner ein Weg pastoraler Begleitung offenstehen, bei dem im Einzelfall der Empfang der katholischen Kommunion möglich werden kann.

Hintergrund ist ein Kompromiss im Streit um die Öffnung des Abendmahls für evangelische Ehepartner in der katholischen Kirche in Deutschland. Die Handreichung wurde nicht, wie ursprünglich geplant, als offizielles Dokument der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht, sondern als Orientierungshilfe für einzelne Bischöfe. Den Ortsbischöfen soll damit weiterhin die Entscheidung über die Zulassung eines nichtkatholischen Ehepartners zur Kommunion obliegen. Zuvor hatte der Vatikan Anfang Juni überraschend die von den deutschen katholischen Bischöfen mehrheitlich beschlossene Handreichung zurückgewiesen.

Meldungen

Top Meldung
Prof. Christoph Markschies
Die christlichen Kirchen müssen aus Sicht des Leiters des Berliner Instituts Kirche und Judentum (IKJ), Christoph Markschies, stärker gegen Antisemitismus vorgehen.