Preis für Fotoreportage über soziale Medien

Florian Müllers Fotoreportage "Hashtags Unplugged - Von Lastern und Leitmotiven" zeigt Menschen, die auf der Suche nach digitalem Applaus sind. Er gewann den "Freelens Award".

Foto: Michael Matthey/LUMIX

Der ehemalige Professor für Reportagefotografie Rolf Nobel auf Bühne im Container-Dorf auf dem 6. LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover.

Der deutsche Fotograf Florian Müller (35) hat beim sechsten "Lumix Festival" in Hannover am Wochenende den mit 10.000 Euro dotierten "Freelens Award" erhalten. Seine Fotoreportage "Hashtags Unplugged - Von Lastern und Leitmotiven" zeige Menschen, die auf der Suche nach digitalem Applaus sind und für die die Reaktionen ihres Publikums zum Gradmesser des sozialen Erfolgs geworden sind, teilte eine Sprecherin der Hochschule Hannover mit.

Müller ist Absolvent der Hochschule Hannover. Mit seinen einfühlsamen Bildern beleuchte er den Selbstdarstellungskult in den Sozialen Medien, in denen "Menschen sich in ihre eigenen Avatare verwandeln", hieß es in der Begründung der Jury. Außerdem würdigte sie die gestalterische Kraft der Arbeit: "Sie vermittelt tiefgehende Inhalte, die gerade jetzt unsere Gesellschaft verändern, und zeigt damit, wie viele Möglichkeiten der Fotojournalismus heutzutage bietet."

Das Festival zählte insgesamt mehr als 40.000 Besucher, hieß es. In der vergangenen Woche präsentierten Nachwuchsfotografen aus aller Welt ihre besten Arbeiten. Aus 1.200 eingereichten Bewerbungen seien 60 ausgewählte Reportagen zu sehen gewesen. Veranstalterin ist die Hochschule Hannover.



Den zweiten Hauptpreis, den mit 5.000 Euro dotierten "Lumix Multimedia Award", erhielt der norwegische Journalist Kyrre Lien(28) für seine Multimedia-Produktion "The Internet Warriors". Seine Arbeit zeige Menschen, die ihrer Wut im Internet freien Lauf ließen, andere belästigten und die Redefreiheit bis an ihre Grenzen ausreizten.