"Alexa, wer ist Gott?"

Mit dem Alexa Voice Service können Nutzer der Smart Speaker von Amazon nun Alexa in Großbritannien zu Glauben, Gebete und christlichen Ritualen befragen.

Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

Der Sprachassistent von Amazon, Alexa, kann in Großbritannien nun auch beten. Möglich macht das ein neuer Dienst der Kirche von England.

Die Kirche von England stärkt ihr digitales Angebot: Nach Apps zu Themen wie Beten oder Bibelstudium können Nutzer der Smart Speaker von Amazon nun Alexa zu Glauben, Gebete und christlichen Ritualen befragen. Und auf das Angebot der nächstgelegenen Kirche wird auch hingewiesen.

Auf die Fragen "Alexa, wer ist Gott?", "Alexa, was ist Glaube?", "Alexa, woran glauben Christen" und 25 weitere theologische Fragen bekommen britische Nutzer der Smart Speaker von Amazon ab heute eine Antwort - eingestellt von der Kirche von England. Viele der Antworten basieren auf Material aus dem Buch "The Pilgrim Way: A Short Guide to the Christian Faith", das auch auf der offiziellen Seite der Kirche empfohlen wird.

Diese neue Funktion - unter dem Namen "Skill" bekannt - kann von jedem genutzt werden. Die Zauberworte lauten: "Alexa, open the Church of England". Im Folgenden muss Alexa nur noch den Befehl bekommen, was die Kirche von England konkret gefragt werden soll.

Zielgruppe des Angebotes seien Nutzer, die ein Interesse an Glaubensthemen und der Kirche haben. "Plattformen wie Alexa geben der Kirche die Möglichkeit, Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen und den gelebeten Glauben in ihr tägliches Leben einzubingen - ob nun durch Gebete oder durch die Entdeckung des Christentums", erklärte Adrian Harris, der Digitalchef der Kirche von England, gegenüber dem Guardian.

Im Augenblick habe laut Harris die Entwicklung der sogenannten "Alexa Skills" Vorrang , um damit so viele Menschen wie möglich zu erreichen, doch man versuche selbstverständlich zeitnah den gleichen Service auch auf Google und Apple basierten Geräten anzubieten. Die möglichen Fragenbereiche für Alexa sind vielfältig: So erklärt der Smart Speaker zum Beispiel den Ablauf einer kirchlichen Hochzeit, Taufe oder Beerdigung, sagt das Vater Unser oder die Zehn Gebote auf oder erläutert, wie man betet und liefert auch gleich ein Morgen-, Mittag- und Abendgebet sowie ein Tischgebet.

Hochtheologische Debatten können Nutzer mit Alexa jedoch nicht führen - dafür braucht es immer noch den Gang in eine der rund 12.600 Gemeinden der Kirche von England. Das Angebot, wo die nächstgelegene Kirche ist und welche Veranstaltungen dort anstehen, liefert Alexa durch Zugriff auf die "A Church near You"-Homepage hingegen schon.

Der Erzbischof von York, John Sentamu, sieht in dieser Entwicklung eine neue Freiheit für die Gläubigen. Sie könnten ihren Glauben und ihre Beziehung zu Gott nun zu der Zeit erforschen, die ihnen passt. Sentamu unterstrich gegenüber dem Guardian auch, wie wichtig der Bereich der Smart Speaker für die Kirche sei. In diesem Bereich könne sich viel entwickeln und es habe für die Kirche Priorität, mit dabei zu sein.