Kretschmann nennt Kreuz-Pflicht "Ausdruck eines hilflosen Konservativismus"

Winfried Kretschmann

Foto: Marijan Murat/dpa

Winfried Kretschmann hat die Kreuz-Pflicht in bayerischen Behörden als Ausdruck eines "hilflosen, ja eines heillosen Konservativismus" kritisiert.

Kretschmann nennt Kreuz-Pflicht "Ausdruck eines hilflosen Konservativismus"
Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Kreuz-Pflicht in bayerischen Behörden als Ausdruck eines "hilflosen, ja eines heillosen Konservativismus" kritisiert.

Bei dem "skurrilen" Foto des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) mit einem Kruzifix in der Hand vor einer weißen Wand "musste ich an Vampir-Filme denken", sagte Kretschmann der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag): "Als wolle da jemand mit dem fast drohend erhobenen Kruzifix irgendeine Gefahr abwehren."

Kreuze sind für den gläubigen Katholiken Kretschmann "Symbole des Glaubens". Er bedauere, dass dieser "langsam verdunstet. Aber ich kann ihn nicht von Staats wegen erzwingen." Zum politischen Stil und der inhaltlichen Ausrichtung von konservativen Unionspolitikern wie Söder oder Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Grünen-Politiker, dieser Ansatz sei "aus der Zeit gefallen" und "rückwärtsgewandt".

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Unter großem Medienrummel hatte Bayerns Ministerpräsident Söder 2018 den "Kreuzerlass" auf den Weg gebracht - seither müssen in Dienstgebäuden des Freistaats im Eingangsbereich Kreuze hängen. Klagen dagegen bleiben weiterhin erfolglos.

Im Eingangsbereich aller bayerischen Dienstgebäude soll ab 1. Juni ein Kreuz hängen. Ministerpräsident Söder sagte Ende April zu dem Beschluss des Landeskabinetts: "Das Kreuz ist grundlegendes Symbol unserer bayerischen Identität und Lebensart." Der CSU-Politiker brachte im Anschluss in der Staatskanzlei in München ein Kreuz an.