Kundgebung gegen Hass und Rassismus in Berlin

Demo gegen Rechts

Foto: epd-bild/Rolf Zoellner

Knapp Knapp 200 Menschen haben am Samstag gegen Hass und Rassismus demonstriert und gegen die zeitgleich stattfindende Kundgebung der rechtsextremen Organisation "Wir für Deutschland" in Berlin.

Knapp 200 Menschen haben am Samstag vor dem Berliner Hauptbahnhof gegen Hass und Rassismus demonstriert. Anlass war eine zeitgleich stattfindende Kundgebung der rechtsextremen Organisation "Wir für Deutschland" mit etwa 350 Teilnehmern.

Auf deren Transparenten stand unter anderem "Widerstand", "Wir sind das Volk" und "Deutschland ist kein Einwanderungsland". Die beiden Kundgebungen wurden durch Polizeikräfte räumlich von einander getrennt. Anschließend zog die rechte Demonstration bis zum Fernsehturm am Alexanderplatz. Am Friedrichstadtpalast protestierten weitere mehr als 200 Menschen gegen die rechte Demonstration.

Auf der vom Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin veranstalteten Kundgebung nahe dem Hauptbahnhof warnte die Berliner Diakoniechefin, Barbara Eschen, vor einer Spaltung der Gesellschaft durch Rechtspopulisten und -extremisten. Angesichts der großen sozialen Herausforderungen im Land sei jetzt Solidarität in der Gesellschaft nötig, erklärte Eschen, die auch Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz ist. 

Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg, Sonja Staack, erklärte, rechte Aufmärsche dürften keine Normalität in der Hauptstadt werden. Anstatt Flüchtlinge in Deutschland, sollten die Fluchtursachen selbst bekämpft werden, sagte Staack in Richtung der rechten Demonstranten auf der anderen Spreeseite vor dem Hauptbahnhof. Weiter sprach sie sich für eine bessere Finanzierung der Sozialsysteme, Bekämpfung der Steuerflucht und gegen weitere Exporte von deutschen Waffen in Kriegsgebiete aus.



Die Berliner Generalsuperintendentin der evangelischen Landeskirche, Ulrike Trautwein, warb für einen respektvollen Umgang in der Gesellschaft. Hass schade der Seele. Eine offene Gesellschaft sei der beste Ort für ein gutes Leben. Zugleich rief die Theologin zum Widerspruch gegen menschenverachtende Reden auf. Daran sollte sich niemand gewöhnen, sagte Trautwein.