ZdK-Präsident verteidigt Teilnahme der AfD an Katholikentag

Thomas Sternberg

Foto: Meike Boechemeyer

Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hält an der Einladung des kirchenpolitischen Sprechers der AfD-Fraktion zum diesjährigen Katholikentag fest.

"Die AfD darf keine Gelegenheit bekommen, sich als Märtyrer zu inszenieren", sagte Sternberg der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt" (Donnerstag). Es werde auf der Veranstaltung im Mai um das kirchenpolitische Programm der im Bundestag vertretenen Parteien gehen. "Dazu gehört die AfD - leider", sagte Sternberg. Kennengelernt habe er Volker Münz, den kirchenpolitischen Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, noch nicht.

Sternberg verteidigte zudem die Entscheidung des Katholikentags in Leipzig vor zwei Jahren, auf dem die AfD noch unerwünscht war. "Ich halte die Entscheidung noch heute für richtig", sagte er. Schließlich habe die AfD 2016 noch nicht im Bundestag gesessen. Der Leipziger Katholikentag hatte damals Gespräche mit Vertretern der rechtskonservativen Partei ausgeschlossen. Begründet hatten die Organisatoren des katholischen Laientreffens ihre Entscheidung damit, dass sich Spitzenvertreter der AfD vom demokratischen Konsens verabschiedet hätten.

Zur Frage der Vereinbarkeit des Christseins mit der Mitgliedschaft bei AfD sagte Sternberg: "Eine Unvereinbarkeitserklärung von katholischer Lehre und Positionen der AfD ist zunehmend angebracht." Traditionell stellen sich auf Katholiken- und Kirchentagen Politiker aktuellen Diskussionen mit Vertretern der Kirchen und der Zivilgesellschaft. Der 101. Katholikentag findet vom 9. bis zum 13. Mai in Münster statt.