Grünen-Politiker Beck kritisiert Organisationsform der Muslime

Volker Beck

Foto: Angelika Kohlmeier

Volker Beck

Der Grünen-Politiker Volker Beck hat die unzureichende Organisation von Muslimen in Deutschland beklagt. "Wir haben nach meiner Auffassung eigentlich bis auf die Ahmadis keine echten muslimischen Religionsgemeinschaften", sagte Beck am Montag im Deutschlandfunk. "Religionsgemeinschaften müssen bekenntnisförmig sein. Sie können nicht nach politischen, staatlichen oder sprachlich kulturellen Kriterien sortiert sein", betonte Beck.

Es sei nicht in diesem Sinne, wenn ein Verband wie beispielsweise die Ditib "die Tochterorganisation einer ausländischen Religionsbehörde des Staates" sei, sagte der Grünen-Politiker. Organisatorisch ist die Ditib, der eigenen Angaben nach rund 960 Ortsgemeinden angehören, eng mit der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet verbunden.

Die Ahmadis verstehen sich als Reformbewegung, von vielen Sunniten und Schiiten werden sie jedoch nicht als gläubige Muslime betrachtet. "Vielleicht ist der Verband islamischer Kulturzentren, VIKZ, auch eine Religionsgemeinschaft, weil es sich hier um sonderreligiöse Tatbestände handelt", sagte Beck.  Dieser mystisch ausgerichtete Zusammenschluss von rund 300 Gemeinden komme "unserer Vorstellung" bei den Verbänden einer islamischen Religionsgemeinschaft "womöglich am nächsten", so Beck.

"Selbstverständlich dürfen Religionsgemeinschaften auch Politik machen. Das gilt für die Kirchen wie für islamische Verbände oder den Zentralrat der Juden. Aber sie dürfen nicht in ihrer religiösen Selbstbestimmung von dem Staat oder gar einem fremden Staat bestimmt sein", sagte Beck. Damit würde auch die religiöse Selbstbestimmung beeinträchtigt. Der ehemalige religionspolitische Sprecher der Grünen empfahl den Muslimen in Deutschland, sich nach umfassenderen Kriterien eine Struktur zu geben, etwa unterschieden nach Rechtsschulen oder gar als Gesamtmuslime.