Weltkirchenrat warnt vor Trumps Jerusalem-Politik

Der Tempelberg mit dem Felsendom in Jerusalem.

Foto: dpa/Oded Balilty

Der Tempelberg mit dem Felsendom in Jerusalem.

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, hat die Jerusalem-Politik von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Jerusalem dürfe nicht im ausschließlichen Besitz eines Volkes und einer Religion sein, sagte der norwegische Lutheraner Tveit bei einer Konferenz am Mittwoch in Kairo.

Auf der von muslimischen Würdenträgern organisierten Konferenz betonte Tveit, dass Jerusalem gleichermaßen eine Stadt für Juden, Christen und Muslime sein müsse. Gläubige aller drei Religionen liebten die Stadt, fuhr der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) fort. Im vergangenen Jahr hatte US-Präsident Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und damit einen weltweiten Sturm der Empörung ausgelöst. Israel hatte Ost-Jerusalem 1967 erobert und später annektiert. Jerusalem sei die unteilbare Hauptstadt des jüdischen Staates, betont die Regierung Israels.

Im Ökumenischen Rat der Kirchen sind knapp 350 Kirchen mit mehr als 500 Millionen Gläubigen zusammengefasst. Kritiker werfen dem ÖRK vor, im Nahostkonflikt einseitig für die Palästinenser und gegen die Israelis Stellung zu beziehen.