Patientenschützer: Nicht genug Ehrenamtliche für Hospizdienste

Sterbebett eines Bewohners im Hospiz

Foto: epd-bild/Werner Krüper

Der Einsatz von Ehrenamtlichen bei der Begleitung sterbender Menschen ist nach Ansicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz an seine Grenzen gekommen.

Der Einsatz von Ehrenamtlichen bei der Begleitung sterbender Menschen ist nach Ansicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz an seine Grenzen gekommen.

Vorstand Eugen Brysch forderte am Dienstag in Berlin mehr professionelle und mobile Palliativteams. Das Potenzial an Freiwilligen sei offenbar ausgeschöpft, erklärte Brysch und verlangte von der künftigen Bundesregierung ein Konzept, jedem Sterbenden die Fürsorge zu garantieren, die er brauche. Die freiwilligen Helfer leisteten eine wertvolle Hilfe, erreichten aber nur fünf Prozent der Sterbenden, sagte er.

Die Patientenschutz-Stiftung nahm die jüngsten Zahlen des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) zum Anlass für ihre Forderung nach mehr professionellen Palliativteams. Danach hat sich die Zahl der Hospizdienste kaum erhöht - von 893 im Jahr 2016 auf 913 im vergangenen Jahr -, obwohl die finanzielle Förderung der Dienste seit 2016 ausgeweitet wurde. Die Krankenkassen fördern die häusliche Begleitung sterbenskranker Menschen durch Hospizdienste mit Zuschüssen zu den Personalkosten, Fahrt- und Sachkosten sowie zur Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Nach Angaben des Ersatzkassenverbandes gibt es bundesweit rund 40.000 Ehrenamtliche, die im Jahr 2016 etwa 53.000 sterbende Patienten begleiteten. Insgesamt haben die Krankenkassen die Hospizdienste 2017 mit 76 Millionen Euro unterstützt, die Ersatzkassen zahlten mit 28 Millionen den größten Anteil. Die Begleitung durch stationäre Hospize und ambulante Hospizdienste ist für Versicherte kostenlos.