"Menschen hautnah: Der Traum vom Aufstieg - Julia will es schaffen"

Julia wartet mit besorgtem Blick im Schulflur

Foto: WDR

WDR zeigt in "Menschen Hautnah: Der Traum vom Aufstieg - Julia will es schaffen" das Porträt eines Mädchens

"Menschen hautnah: Der Traum vom Aufstieg - Julia will es schaffen"
Fernsehwochenvorschau vom 30. Dezember 2017 bis 4. Januar 2018
In Deutschland entscheidet immer noch die soziale Herkunft über die Karriere. Julia kommt aus dem sogenannten bildungsfernen Milieu. Die Abituerientin hat Träume aber wenig Chancen auf deren Verwirklichung. Doch dann wird Talentscout Suat Yilmaz von der Westfälischen Hochschule auf sie aufmerksam. Drei Jahre lang hat ein Team von "Menschen hautnah" Julia bei ihrem Kampf um ihren Traum von einem besseren Leben begleitet. Und was sich noch vom 30. Dezember bis 4. Januar im Fernsehen anzusehen lohnt.

30.12., Arte, 21.50 Uhr: "Planet Ägypten"

Um 3.000 vor Christus entsteht mit der Vereinigung von Ober- und Unterägypten der erste Territorialstaat der Geschichte. 3.000 Jahre sollte das Reich am Nil bestehen, regiert von 30 Dynastien "gottgleicher" Pharaonen. Keine Zivilisation war langlebiger, keine auf künstlerischem Gebiet erfinderischer und keine erschuf so viele beeindruckende Bauten wie die alten Ägypter. Der zweite Teil des Dokumentarfilms stellt Religion, Tempelwirtschaft und Totenkult in den Mittelpunkt und betrachtet die Zeit der Herrschaft von Echnaton und Ramses II. Als Echnaton um 1.350 vor Christus den Thron besteigt, haben sich in Ägypten die religiösen Bräuche seit nahezu 2.000 Jahren kaum geändert. Die einflussreiche Priesterschaft ist hierarchisch organisiert, die Kulthandlungen in feste Rituale gegossen. Die Tempel bilden nicht nur spirituelle, sondern auch wirtschaftliche Zentren des Landes. Durch Schenkungen frommer Pharaonen sind sie so mächtig geworden, dass sie die Politik des Landes mitbestimmen. Kaum an der Macht, stürzt Echnaton die alten Götter und entmachtet die Priesterschaft. Nur noch der Sonnengott Aton soll verehrt werden. Für den einfachen Ägypter ist diese religiöse Revolution von oben eine Katastrophe. Durch das Verbot der Götter fehlt vielen Menschen der spirituelle Halt und durch die Schließung der Tempel die Lebensgrundlage, denn viele Menschen leben von der Arbeit für die Tempel. Echnaton steht für eine "Kulturrevolution" in der ägyptischen Geschichte. Doch seinem Wirken ist keine Dauer beschieden. Als er stirbt, findet auch seine neue Religion ein schnelles Ende. Die Sonnentempel des Aton werden zerstört, Echnatons Andenken nahezu ausradiert. Niemand verkörpert die Rückkehr zur althergebrachten Ordnung besser als Ramses II. Ihm gelingt der erste Friedensvertrag nach jahrzehntelangem Krieg mit den Hethitern. Das beschert den Ägyptern fast ein halbes Jahrhundert Stabilität. Der Pharao verfügt ein gigantisches Tempelbauprogramm und pflegt den Kult der vielen Götter. Der Bau seines eigenen Grabes im Tal der Könige ist ihm besonders wichtig. Ramses II. geht als einer der größten Erbauer von Grabdenkmälern in die ägyptische Geschichte ein. Wie entstanden bei den Ägyptern ihre besonderen Vorstellungen vom Leben nach dem Tod? Warum investierten sie einen Großteil ihres Reichtums und ihrer Zeit in Gräberbau und Grabausstattung? Ausgrabungen auf dem ältesten Königsfriedhof Ägyptens in Abydos, die Arbeit von Archäologen im Tal der Könige, Mumifizierungsexperimente, ja selbst einfache Naturbeobachtungen liefern die Schlüssel zur Antwort. Das Leben von Ramses II. zeigt, dass der Totenkult die ägyptische Gesellschaft zusammenhielt. Er war Wirtschaftsfaktor und emotionales Band. Und ursprünglich war er ein Kult des Lebens. Denn für die Ägypter war ihr Leben an den Ufern des Nils bereits das Paradies auf Erden. Von der Zeit der ersten Königsgräber bis zum Ende der pharaonischen Geschichte waren sie vereint durch ein Interesse: das Leben, das sie im Diesseits führten, in der Ewigkeit fortzusetzen.

31.12., ARD, 16.15 Uhr: "Ökumenischer Silvestergottesdienst"

Rund um den Jahreswechsel, vom 28. Dezember 2017 bis zum 1. Januar 2018, werden in Basel Tausende Jugendliche aus vielen Ländern zum Europäischen Jugendtreffen zusammenkommen. Eingeladen werden sie von der Gemeinschaft von Taizé in Frankreich, die 1949 von dem Schweizer Roger Schutz gegründet wurde und als erste ökumenische Brüdergemeinschaft der Kirchengeschichte gilt. Die Gesänge und Gottesdienste von Taizé mit Momenten der Stille und viel Kerzenschein sind etwas Besonderes und weltweit bekannt. Am Silvestertag wird das feierliche Mittagsgebet aus dem traditionsreichen Basler Münster übertragen. Mit dabei ist auch Frère Alois, der Prior von Taizé.

1.1., ZDF, 10.15 Uhr / BR, 9.55 Uhr: Neujahrsgottesdienste

Im Mittelpunkt des evangelischen Neujahrsgottesdienstes steht die Losung für das Jahr 2018: "Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst"(Offenbarung 21,6). Die Übertragung des Neujahrsgottesdienstes aus der Dresdner Frauenkirche jährt sich zum zwölften Mal. Die Predigt hält der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Es erklingen Ausschnitte aus der Vertonung des 42. Psalms von Felix Mendelssohn Bartholdy, musiziert vom Chor der Dresdner Frauenkirche und dem "ensemble frauenkirche" unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. Das BR Fernsehen überträgt zur gleichen Zeit den Neujahrsgottesdienst mit Papst Franziskus in St. Peter. Seit dem Beginn seines Pontifikats und der ersten Reise zu den Gestrandeten auf der Insel Lampedusa geht der Papst aus Argentinien ungeachtet aller Proteste seinen Weg. Er steht für eine Kirche der Armen, für eine Theologie auf den Knien. In diesem Sinn lenkt er auch am Neujahrstag wieder den Blick auf die Menschen am Rande der Gesellschaft. In einem vorab veröffentlichten Schreiben hat sich Papst Franziskus an die Repräsentanten der Staaten und an die "Menschen guten Willens" in aller Welt gewandt. Diese Friedensbotschaft steht unter dem Thema: "Migranten und Flüchtlinge: Menschen auf der Suche nach dem Frieden". "Um Asylsuchenden, Flüchtlingen, Migranten und Opfern von Menschenhandel eine Möglichkeit geben zu können, den Frieden, den sie suchen, zu finden, braucht es eine Strategie, die vier Handlungen miteinander verbindet: aufnehmen, schützen, fördern und integrieren", so der Papst. Und deshalb fordert er die Vereinten Nationen ganz konkret und direkt zu Dialog und Koordinierung auf. Er schlägt vor, zwei globale Pakete zu verabschieden: einen für sichere, geordnete und reguläre Migration und den anderen für Flüchtlinge. Auch fünf Sternsinger aus Bad Füssing (Bistum Passau) feiern den Gottesdienst am Neujahrsmorgen in Rom mit. Sie vertreten die mehr als 300.000 Sternsinger in Deutschland. Drei von ihnen dürfen bei der Gabenbereitung Brot und Wein zum Altar bringen. Längst stehen die Sternsinger in einem internationalen Austausch. Und so nehmen auch Kinder aus Österreich, der Schweiz und Südtirol, sowie aus Ungarn, Rumänien und der Slowakei an der Neujahrsmesse teil. Im Anschluss an den Gottesdienst (um 11.50 Uhr im BR) betet Papst Franziskus das Angelusgebet und spendet den Segen für ein gutes und glückliches neues Jahr.

1.1., BR, 11.30 Uhr: "Das Jahr des Papstes"

Das Jahr des Papstes: Franziskus bei den großen Festen des Kirchenjahrs, bei seinen Reisen und in typischen Situationen des päpstlichen Alltags. Mit Spannung blickt die Welt 2017 auf die Reiseplanung von Papst Franziskus. Würde das Oberhaupt der Katholischen Kirche zum 500. Jahrestag der Reformation nach Deutschland reisen? Trotz vieler Signale der ökumenischen Annäherung erfüllt Franziskus solche Hoffnungen dann doch nicht. Eine heikle Mission ist Ende April die Reise nach Ägypten. In Kairo versucht Papst Franziskus, der bedrängten christlichen Minderheit den Rücken zu stärken und gleichzeitig den Dialog mit dem Islam zu beleben. Mit seinem Besuch in Kolumbien will der Papst Anfang September 2017 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg zur Versöhnung von Opfern und Tätern beitragen. Und auch im Vatikan macht der Papst internationale Politik, etwa bei Begegnungen mit Bundeskanzlerin Merkel oder US-Präsident Trump. Bei den innerkirchlichen Reformen setzt Franziskus nicht zuletzt durch die Entlassung des deutschen Kurienkardinals Müller deutliche Zeichen. Allerdings wird im Vatikan auch immer wieder Kritik am Kurs des Papstes aus Argentinien laut.

3.1., BR, 19.00 Uhr: "Stationen: Papst Franziskus und der Machtkampf im Vatikan"

Es herrscht ein Machtkampf nicht nur im Vatikan. An Papst Franziskus scheiden sich offensichtlich katholische Geister. Viele knüpfen an den "Reform-Papst", der die Kirche öffnen wollte, mehr Demokratie und Barmherzigkeit eingefordert hat, nach wie vor große Hoffnungen. "Pro Pope Francis" heißt eine länderübergreifende Initiative, die Papst Franziskus Ende Oktober 2017 zur Seite springt und ihm für seine "mutige und theologisch wohlbegründete Amtsführung" dankt. In einem an den Papst adressierten Brief bitten ihn über tausend Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft, "von seinem eingeschlagenen Weg nicht abzuweichen". Mit dem offenen Brief setzen die Unterzeichner einen Gegenakzent zu den 245 "Signatores", die Papst Franziskus wegen der Verbreitung von Häresien in einer "Zurechtweisung" im September 2017 aufgefordert hatten, sich von seinen "Irrlehren" zu distanzieren. Kann sich der erste Papst aus Lateinamerika mit seinen bereits im Konklave angekündigten Reformplänen durchsetzen? Was hat sich seit der Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum Papst im Jahr 2013 in der katholischen Kirche tatsächlich verändert? Der Beitrag zur Reihe "Stationen" diskutiert strittige Themen im Pontifikat von Papst Franziskus; Befürworter und Kritiker kommen zu Wort und ziehen Bilanz.

4.1., WDR, 22.10 Uhr: "Menschen hautnah: Der Traum vom Aufstieg"

Als Julia Schmid vor drei Jahren zum ersten Mal porträtiert wurde, lernten die Autoren eine Frau kennen, die völlig auf sich gestellt war. Eine fleißige Schülerin vor dem Abitur mit drei Nebenjobs. Sie lebte allein und kämpfte sich ohne Unterstützung ihrer Familie durchs Leben. Ihr Ziel: das Abitur, und danach studieren. Julia wollte Richterin werden, sich für Gerechtigkeit einsetzen, die sie selbst nie erleben durfte. Sie wuchs in schwierigen Verhältnissen auf und musste immer wieder ins Heim. Julia hatte Zweifel, ob sie den Aufstieg schafft. Ihre Chancen standen schlecht: In Deutschland entscheidet immer noch die soziale Herkunft über die Karriere. Doch dann wurde der Talentscout Suat Yilmaz von der Westfälischen Hochschule auf sie aufmerksam. Er unterstützt begabte Schüler aus bildungsfernen Familien und setzte auf Julia. In der ARD-Dokumentation 2013 "Du schaffst das! Ein Talentscout fördert Arbeiterkinder" hat der WDR erstmals über Julia und die Arbeit von Yilmaz berichtet. Die Politik hat reagiert. Das NRW-Wissenschaftsministerium stellt nun jedes Jahr 6,5 Millionen Euro bereit, damit Talente wie Julia Schmid eine Chance für den Aufstieg bekommen. War Yilmaz bis vor kurzem noch allein unterwegs im Kampf für mehr Bildungsgerechtigkeit, werden es in Zukunft fünfzig Talentscouts in Nordrhein-Westfalen sein. Drei Jahre lang hat ein Team von "Menschen hautnah" Julia bei ihrem Kampf um ihren Traum von einem besseren Leben begleitet. Der Film zeigt Höhen und Tiefen, Siege und Niederlagen und beschreibt, wie Engagement und langfristige Unterstützung eine Karriere beeinflussen können.

4.1., WDR, 22.40 Uhr: "Menschen hautnah: Gisela on the road"

Endlich wieder unterwegs: Gisela steigt in ihr blaues Wohnmobil. Sie kommt gerade von ihrer Tochter, die sie einmal im Jahr, meist zu Ostern, besucht. Übernachten unter einem festen Dach ist für die 75jährige Frau die Ausnahme, denn Gisela ist immer "on the road". Den Winter tourt sie durch Marokko, weil ihr das Klima dort gut tut. Bis vor acht Jahren war sie fast ein Pflegefall, mit Aussicht auf ein Leben im Rollstuhl. Doch seit sie ihr geliebtes Wohnmobil besitzt, ist alles anders. Gisela führte lange ein ganz normales Leben. Sie lernte Bürokauffrau, heiratete mit Anfang 20, bekam eine Tochter, wurde Hausfrau. Die Ehe zerbrach nach ein paar Jahren. Gisela suchte sich eine Arbeit, um für sich und ihre Tochter zu sorgen. Doch dann setzte ihr eine rheumatische Autoimmunerkrankung immer mehr zu. Sie konnte sich kaum bewegen und wurde mehrmals operiert. Mit 67 Jahren beschloss Gisela, sich keiner weiteren OP mehr zu unterziehen. Sie änderte ihr Leben radikal, stellte ihre Ernährung um, verkaufte ihr Haus in Wuppertal und legte sich einen Fiat zu, den sie zu einem Wohnmobil umbauen ließ. Seitdem lebt sie auf der Straße. Freunde und Verwandte können nicht nachvollziehen, dass man so leben kann; schon gar nicht in ihrem Alter. Ihr Bruder versucht immer wieder, sie zu überreden, endlich wieder sesshaft zu werden. Ihre letzte Sommertour führte Gisela durch die Schweiz, Österreich, Kroatien, Slowenien und Ungarn. 2017 ist für Gisela ein ganz besonderes Jahr, denn sie macht sich auf in ihre Vergangenheit. 1945, sie war gerade drei Jahre alt geworden, musste Ihre Familie aus Ostpreußen fliehen. Die Mutter zog allein mit zehn Kindern los, eine traumatische Erfahrung. Giselas jüngster Bruder erfror auf der Flucht. Obwohl sie damals erst drei Jahre alt war, hatte sie bis zu ihrem 23. Lebensjahr Albträume. Eine ihrer älteren Schwestern hat ihr später die "Geschichte des Überlebens" erzählt. Die anderen konnten nie darüber reden. Dieses Jahr nun fährt Gisela ihre Fluchtroute nach. Eine Reise in die Vergangenheit, frühesten Erinnerungen und der Geschichte ihrer Familie auf der Spur.