KZ-Gedenkstätte Ravensbrück bekommt Dokumente zu Häftlingen

Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück (Foto 1995).

Foto: epd-bild / Rolf Zöllner

Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück (Foto 1995).

KZ-Gedenkstätte Ravensbrück bekommt Dokumente zu Häftlingen
Die brandenburgische Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück hat rund 37.000 digitale Dokumentenkopien zur Geschichte des NS-Konzentrationslagers erhalten.

Zu den Unterlagen aus dem Archiv des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen (Hessen) gehören auch mehr als 20.000 personenbezogene Originaldokumente zu einzelnen Häftlingen, die aus den Verwaltungsakten der Kommandantur des KZ Ravensbrück stammen, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Mittwoch in Oranienburg mit.

Dabei handele es sich um Häftlingspersonalakten, Personalkarten, Fragebögen, Patientenkarten und Krankenblätter aus dem Krankenrevier, Entlassungsscheine sowie Todesbenachrichtigungen, hieß es. Die Dokumente seien ein "großer Gewinn nicht nur für die wissenschaftliche Forschung", betonte Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach: "Mit ihrer Hilfe können wir weiteren der mehr als 150.000 Häftlinge des KZ-Ravensbrück ihren Namen zurückgeben."

Mit der Dokumentation"Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück" wird erstmals die bislang kaum bekannte Geschichte der Jüdinnen unter den rund 150.000 Häftlingen des KZ thematisiert.
Der Internationale Suchdienst Bad Arolsen (ITS) wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gegründet und diente den Angaben zufolge der Schicksalsklärung von Opfern des NS-Regimes und der Suche nach Familienangehörigen. Er verfügt über eine der größten Dokumentensammlungen zur NS-Geschichte und wurde 2013 von der Unesco in das Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Auch vielen Angehörigen von Ravensbrück-Häftlingen könne nach Erschließung der Dokumente Auskunft gegeben werden, betonte Eschebach. Im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück waren von 1939 bis 1945 rund 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche inhaftiert. Zehntausende wurden von der SS ermordet oder starben an den Haftbedingungen. Die SS hatte kurz vor der Räumung des Lagers die meisten Papiere vernichtet.

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