"Brot für die Welt" warnt vor Wasserprivatisierung

Mädchen Joy 9 Jahre an der Wasserstelle ihrer Eltern.

Foto: Jörg Boethling /Brot für die Welt

Mädchen Joy 9 Jahre an der Wasserstelle ihrer Eltern. In der Provinz Oudomxay im Norden von Laos haben viele Familien nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser. Die Partnerorganisation CDEA hilft in drei Dörfern bei der Installation von Wasserversorgungssystemen und schult die Bewohner in ihrer Handhabung und Wartung.

"Brot für die Welt" warnt vor Wasserprivatisierung
Präsidentin Füllkrug-Weitzel: Spendenaufkommen steigt wieder
Klimawandel, industrielle Landwirtschaft, Konsum und Bevölkerungswachstum verknappen das Wasser stetig. "Brot für die Welt" setzt bei der diesjährigen bundesweiten Spendenaktion dort den Fokus. Die Aktion startet am ersten Advent in Saarbrücken.

Die Präsidentin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, warnt vor einer Privatisierung von Wasser. Wasser müsse allen Menschen auf der Welt zur Verfügung stehen und dürfe nicht das "Privateigentum einiger weniger" werden, sagte sie am Dienstag in Saarbrücken. In der dortigen Ludwigskirche wird am 3. Dezember die bundesweite Spendenaktion der evangelischen Hilfsorganisation unter dem Motto "Wasser für alle" eröffnet. Dem Kinderhilfswerk Unicef und der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge haben weltweit 2,1 Milliarden Menschen zu Hause keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Füllkrug-Weitzel betonte, dass die Spendenbereitschaft in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Seien es zuletzt im Schnitt immer rund 55 Millionen Euro gewesen, die die Hilfsorganisation erhalten habe, sei dieser Wert im vergangenen Jahr auf 61,7 Millionen Euro gestiegen. Gerade durch die Flüchtlinge sei die Spendenbereitschaft nicht gesunken, sondern gestiegen. Denn die Flüchtlinge hätten auf Probleme in der Welt aufmerksam gemacht und gezeigt, wie groß die Not sei.

Eines dieser Probleme ist der Präsidentin von "Brot für die Welt" zufolge der Zugang zu Wasser. Die Umsetzung des 2010 von den Vereinten Nationen anerkannten Menschenrechts auf Wasser liege "uns enorm am Herzen", betonte sie. Durch Bevölkerungswachstum, zunehmende Industrialisierung und industrialisierte Landwirtschaft steige die Nachfrage nach Wasser unablässig. Süßwasser werde zudem durch den Klimawandel und die Ausweitung der intensiven Export-Landwirtschaft mit großflächigen Bewässerungsanlagen knapper.

"Eigentlich gibt es auf der Welt genug Süßwasser", betonte Füllkrug-Weitzel. Es sei aber ungleich verteilt und zunehmend belastet. Von der Wasserknappheit seien vor allem die Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas betroffen. "70 Prozent der weltweiten Wasserentnahmen aus Süßwasser gehen auf das Konto der industriellen Landwirtschaft", betonte die Präsidentin der Hilfsorganisation.

Vor allem der indirekte Wasserverbrauch sei eine große Herausforderung. Dazu zähle etwa die Produktion von Energiepflanzen als Biotreibstoffe, aber auch die Baumwollproduktion für T-Shirts. "Die Felder auf denen Baumwolle produziert wird, nehmen Wasser der Region weg", sagte sie. "Wir sind massiv an dem globalen Wasserstress beteiligt." Gut sei, dass man mit seinem eigenen Konsumverhalten ein Stück weit Einfluss nehmen könne.

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Äthiopien: Der weite Weg zur Wasserstelle
Äthiopien: Der weite Weg zur Wasserstelle.

Bei dem Festgottesdienst am ersten Advent hält der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, die Predigt. Alt-Bundespräsident Joachim Gauck wird sich ebenfalls zu Wort melden. Die ARD überträgt die Eröffnung im Fernsehen. Zum Start der Spendenaktion wird stellvertretend ein Projekt aus Kenia vorgestellt, bei dem Regenwasser in einem Tank aufgefangen wird und eine Wasserstelle speist.

"Brot für die Welt" wird getragen von evangelischen Landes- und Freikirchen und ist im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung in Berlin angesiedelt. Seit 1959 bittet die Aktion in jedem Jahr zu Beginn der Adventszeit um Spenden für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Traditionell ist die Weihnachtskollekte in evangelischen Gemeinden für "Brot für die Welt" bestimmt.

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