Gut 1,6 Millionen Schutzsuchende in Deutschland

Meldebescheinigung für Asylsuchende

Foto: dpa/Daniel Karmann

Formular Meldebescheinigung für Asylsuchende.

Gut 1,6 Millionen Schutzsuchende in Deutschland
Rund 1,6 Millionen Schutzsuchende waren zum Jahreswechsel in Deutschland registriert. Das waren 16 Prozent der ausländischen Bevölkerung und 851.000 Personen mehr als Ende 2014, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

Als Schutzsuchende zählen Ausländer, die unter Berufung auf humanitäre Gründe nach Deutschland kommen, also etwa Menschen im Asylverfahren, anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Konvention oder auch abgelehnte Asylbewerber, die sich weiter hier aufhalten.

Bei knapp 400.000 Ausländern war aus den Daten im Ausländerzentralregisters (AZR) laut Bundesamt nicht eindeutig ersichtlich, ob es sich um Schutzsuchende handelte oder nicht. Unter den Schutzsuchenden hatten 573.000 (36 Prozent) einen offenen Schutzstatus, über ihren Asylantrag war also nicht entschieden. 872.000 (54 Prozent) verfügten über einen humanitären Aufenthaltstitel, überwiegend war diese Anerkennung jedoch nur befristet (600.000). Bei 158.000 Schutzsuchenden wurde der Antrag auf Asyl abgelehnt, sie waren daher grundsätzlich ausreisepflichtig. In drei Viertel der Fälle war diese Ausreisepflicht aufgrund einer Duldung jedoch vorübergehend ausgesetzt.

Etwa die Hälfte aller Schutzsuchenden kam der Statistik zufolge aus drei Herkunftsländern: Syrien (455.000), Afghanistan (191.000) und dem Irak (156.000). Die meisten Schutzsuchenden mit offenem Schutzstatus waren Afghanen, die Mehrheit der Schutzsuchenden mit befristeter Anerkennung stammte aus Syrien. Die meisten Schutzsuchenden mit abgelehntem Antrag kamen aus Serbien und Albanien.

Mehr zu Asyl, Asylantrag
Thomas de Maizière
Der Präsident des evangelischen Kirchentages 2023 in Nürnberg, Thomas de Maizière, hat sich für Kirchenasyle ausgesprochen. Als Innenminister habe er andere Maßstäbe vertreten müssen, die mit den christlichen bisweilen kollidierten.
Flüchtlinge der St. Pauli Kirche in Hamburg
Der bayerische Landtag hat von der Staatsregierung detaillierte Informationen zum Umgang der Landesbehörden mit dem Thema Kirchenasyl gefordert. Damit folgte die Mehrheit der Abgeordneten einem Antrag der Grünen.