Bolivien erweitert legale Abtreibungen

Bolivien erweitert legale Abtreibungen
Bolivien will Abtreibungen stärker entkriminalisieren. Das von der linken Regierungspartei MAS dominierte Abgeordnetenhaus stimmte am Freitag (Ortszeit) mehrheitlich für einen Gesetzesartikel, der Schwangerschaftsunterbrechungen in deutlich mehr Fällen als bisher erlaubt, wie die Zeitung "La Razón" berichtete.

Demnach sollen Frauen, die bereits mehr als drei Kinder haben, sich um ältere Menschen oder Behinderte kümmern, künftig bis zur 8. Woche der Schwangerschaft abtreiben dürfen. Die Regelung soll ebenso für Minderjährige und Studentinnen gelten. Bislang sind Schwangerschaftsabbrüche nur bei Gefahr für das Leben der Mutter und nach einer Vergewaltigung legal.

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Die Neuregelung ist Teil des Strafgesetzbuches. Der Senat muss dem Gesetz noch zustimmen. Vertreter der katholischen Bischofskonferenz kritisierten die Regelung und kündigten lokalen Medienberichten zufolge rechtliche Schritte an.

Abtreibungen sind in den meisten Ländern Lateinamerikas nur in Ausnahmefällen erlaubt. Zuletzt hatte Chile eine entsprechende Gesetzesreform erlassen. Ein striktes Abtreibungsverbot gilt in Honduras, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Nicaragua, Haiti und Surinam.