Türkei: Untersuchungshaft für Menschenrechtsaktivisten

Türkei: Untersuchungshaft für Menschenrechtsaktivisten
Die türkischen Behörden haben am Dienstag Untersuchungshaft gegen sechs Menschenrechtsaktivisten angeordnet.

Darunter sind die türkische Direktorin von Amnesty International, Idil Eser, und der deutsche Aktivist Peter Steudtner, wie die Menschenrechtsorganisation in London mitteilte. Den Inhaftierten wird Unterstützung einer Terrororganisation vorgeworfen. Amnesty weist die Behauptungen als absurd und bizarr zurück.

Am 5. Juli hatte die Polizei auf einer Insel vor Istanbul insgesamt zehn Aktivisten bei einem Amnesty-Workshop zu digitaler Kommunikation und Datensicherheit festgenommen. Vier von ihnen wurden am Dienstag gegen Kaution freigelassen, wie die Menschenrechtsorganisation mitteilte.

Der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, zeigte sich über die Untersuchungshaft für die sechs Menschenrechtler bestürzt. "Heute mussten wir erkennen, dass der Einsatz für die Menschenrechte in der Türkei zu einem Verbrechen erklärt wurde", erklärte er. Es handele sich nicht um eine legitime Untersuchung, sondern um eine Hexenjagd, die auf eine beängstigende Zukunft für die Grundrechte in der Türkei hindeute. Shetty forderte die Staatengemeinschaft auf, den Druck auf die Türkei zu erhöhen und sich für die sofortige Freilassung der Menschenrechtler einzusetzen.

In der Türkei können Beschuldigte bis zu fünf Jahre lang in Untersuchungshaft festgehalten werden. Steudtner, der auch als Foto- und Videojournalist arbeitet, ist laut "Spiegel Online" (Dienstag) der zehnte deutsche Staatsbürger, der seit dem Putschversuch in der Türkei festgenommen wurde.

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