Bedford-Strohm verurteilt Ausschreitungen in Hamburg

Bedford-Strohm verurteilt Ausschreitungen in Hamburg
Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat die gewaltsamen Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg erneut scharf verurteilt. "Menschen, die solche Mittel anwenden, die randalieren oder sogar Menschen in Gefahr bringen, dementieren alles, was sie über Humanität oder eine gerechte Gesellschaft sagen", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Wer so agiere, könne sich nicht auf Werte wie Toleranz oder Demokratie berufen, sagte er am Freitagabend dem epd bei einem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der bayerischen Projektstelle gegen Rechtsextremismus.

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Ehe für alle
Die Rügen beziehen sich unter anderem auf Berichte von "Bild" und "Bild online" über die G20-Proteste, auf zwei "Bild Online"-Berichte über den Terroranschlag in Manchester sowie auf einen Kommentar der FAZ über die "Ehe für alle", wie der Presserat mitteilte.


Bedford-Strohm erklärte, das damit verbundene Bayerische Bündnis für Toleranz richte sich vor diesem Hintergrund auch gegen Linksextremismus, der in den Ereignissen von Hamburg "sehr deutlich als Problem sichtbar geworden" sei. An die Projektstelle gegen Rechtsextremismus, die am Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum in Bad Alexandersbad (Kreis Wunsiedel) angesiedelt ist, ist auch die Geschäftsführung des 2005 gegründeten "Bayerischen Bündnisses für Toleranz - Demokratie und Menschenwürde schützen" gekoppelt. Diesem gehören 70 Organisationen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft an.

Während die linksextremen Krawalle in Hamburg "sehr stark europäisch geplant" gewesen seien, sieht der EKD-Ratsvorsitzende rechtsradikale Tendenzen als ein Problem, das "aus der Mitte der Gesellschaft" kommt. Deshalb sei die Präventionsarbeit auf diesem Gebiet die gegenwärtig wichtigste Aufgabe: "Es darf gar nicht erst so weit kommen, dass Menschen in dieses Milieu abgleiten oder am Ende sogar zur Gewalt greifen." Angesichts einer sprunghaft gestiegenen Zahl rechtsextremer Straftaten müsse die Gesellschaft deutlich machen, dass es "hier rote Linien gibt, jenseits derer die Menschen nicht gehen dürfen". Rechte, antisemitische oder rassistische Sprüche dürften nicht salonfähig werden: "Da müssen Menschen da sein, die widersprechen."