EKD-Bevollmächtigter: Einheit Europas in versöhnter Verschiedenheit

Demonstranten stehen am 25.03.2017 vor dem Brandenburger Tor in Berlin mit einem Transparent "We love EU".

Foto: dpa/Silas Stein

Demonstration des Bundesverbands Europa-Union Deutschland e.V. (EUD) vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

EKD-Bevollmächtigter: Einheit Europas in versöhnter Verschiedenheit
Der EKD-Bevollmächtigte bei Bundesregierung und Europäischer Union, Martin Dutzmann, hat sich gegen Tendenzen der Renationalisierung in Europa ausgesprochen. Eine Alternative zu einem Rückzug auf nationale Interessen sei die Einheit in Verschiedenheit, sagte Dutzmann am Dienstagabend bei den Bonner Gesprächen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Vorbild sein könne dabei die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen, in der sich 1973 fast alle lutherischen, reformierten und methodistischen Kirchen Europas zusammengeschlossen haben. "Dieses Modell ließe sich auf ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten übertragen", sagte der frühere lippische Landessuperintendent.

Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), kritisierte auf der gleichen Veranstaltung die Europapolitik der Bundesregierung. Es sei ein Fehler gewesen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die anderen EU-Mitgliedstaaten nicht konsultiert habe, als sie im September 2015 die deutsche Grenze für in Ungarn festsitzende Flüchtlinge geöffnet habe.

Dutzmann plädierte dafür, dass Deutschland auch mit kleineren EU-Ländern in der Flüchtlingspolitik auf Augenhöhe zusammenarbeiten müsse. Wichtig sei, dass eine Lösung gefunden werde, wie der Tod von Flüchtlingen im Mittelmeer verhindert werden könnte, forderte der evangelische Theologe. "Es ist ein Skandal, dass Tausende von Ertrunkenen im Mittelmeer nicht mehr interessieren." Es müssten für die Flüchtlinge legale Wege nach Europa gefunden werden.

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