Mahnwache: Merkel soll Schwule in Tschetschenien schützen

Mahnwache: Merkel soll Schwule in Tschetschenien schützen
Mit einer dreitägigen Mahnwache protestieren Menschenrechtsaktivisten aus aller Welt seit Sonntag vor dem Bundeskanzleramt in Berlin gegen die Folter und Ermordung von schwulen Männern in Tschetschenien.

Bei ihrem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Dienstag in Sotschi müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Thema dringend ansprechen, fordern die Demonstranten. Um ihre Forderung zu untermauern, wollen die Aktivisten bis Dienstagabend vor dem Kanzleramt in einem zwei Meter hohen Käfig einen Sitzstreik abhalten.

Organisiert wird der Protest von dem Online-Kampagnen-Netzwerk Avaaz.org und der Initiative WeMind! Kollektiv. Nach ihren Angaben haben bereits 1,5 Millionen Menschen eine Online-Petition unterschrieben, in der Russland dazu aufgefordert wird, das Foltern und Töten von Homosexuellen in der russischen Teilrepublik Tschetschenien zu unterbinden.

Wenn die Welt der Verfolgung Aufmerksamkeit schenkt, werfe sie schwulen Männern in Tschetschenien einen Rettungsanker zu, sagte der Veranstalter des Protestes, Florian Filtzinger. Die Vorsitzende des russischen LGBT-Netzwerkes, Tatjana Vinnichenko, betonte, für Homosexuelle in Tschetschenien wäre es von großer Bedeutung zu wissen, dass die Welt sie im Einsatz gegen Diskriminierung und Verfolgung unterstützt und das ihr Leid von der höchsten Regierungsebene ernst genommen werde.

Merkel sei die beste Botschafterin, um gerade auch vor dem diesjährigen Confed Cup und der Fußball-WM 2018 in Russland an Putin eine klare Nachricht heranzutragen, sagte Christoph Schott von Avaaz: "Russland muss damit aufhören, schwule Männer in Tschetschenien zu foltern." 

Laut Recherchen der russischen Zeitung "Nowaja Gaseta" wurden in den vergangenen Wochen in Tschetschenien mehr als 100 schwule Männer wegen ihrer sexuellen Orientierung festgenommen. Die Familien der Homosexuellen würden zu "Ehrenmorden" gedrängt, mindestens drei Menschen seien bisher von ihren eigenen Familien getötet worden oder durch Misshandlungen gestorben.

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