Sicher im Netz: Social Media richtig nutzen

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Foto: Digitale Nachbarschaft

Sicher im Netz: Social Media richtig nutzen
Soziale Netzwerke sind Teil unseres Alltags. Ob Nachrichten, Videos oder Fotos – für jeden Geschmack gibt es eigene Plattformen. Wo so viele Daten preisgegeben werden und so viel Kommunikation stattfindet, ist es wichtig, das Thema Internetsicherheit stets im Auge zu behalten. Datensparsamkeit und der Unterschied zwischen öffentlicher und privater Kommunikation sind wichtig. Außerdem liefern wir hilfreiche Informationen zum sicheren Umgang mit den neuen Risiken im Social Web und erläutern die (rechts-)sichere Nutzung von Video-Streaming-Plattformen und Tauschbörsen.

Regel 1: Auf Profil-Diebe achten

Seien Sie bei sozialen Netzwerken auf der Hut vor Fake-Profilen und Phishing und prüfen Sie regelmäßig, ob es eine Profil-Kopie von Ihnen gibt!

Bei Kontaktanfragen ist Aufmerksamkeit gefragt: Auch Kriminelle sammeln Kontakte und digitale Freundschaften. Mit den Daten und Informationen, die sie dann sehen, können sie Schaden anrichten. Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine Anfrage wirklich von einer bekannten Person kommt, fragen Sie außerhalb des sozialen Netzwerkes nach, zum Beispiel per Telefon oder im persönlichen Gespräch. So können Sie sicher sein, dass es sich nicht um ein gefälschtes Profil (ein so genanntes "Fake-Profil") handelt. Prüfen Sie außerdem regelmäßig über die Suchfunktion, ob es weitere Profile mit Ihrem Namen gibt.

Verbergen Sie Ihre Freundesliste! Wenn Sie die Sichtbarkeit der Freundesliste in Ihren Konto-Einstellungen ausgestellt oder begrenzt haben, ist das Kopieren Ihres Profils für die Internetbetrüger*innen oft bereits uninteressant.

Regel 2: Datenschutzbedingungen kennen

Prüfen Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sozialer Netzwerke mindestens die Datennutzung und legen Sie ein datensparsames Profil an!

Jedes soziale Netzwerk verfügt neben einer Datenschutzerklärung über Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Darin enthalten sind unter anderem auch Informationen über die Erhebung, Speicherung und Verwendung Ihrer persönlichen Daten. Auch wenn die AGB im ganzen Umfang zu lesen, viel Mühe macht: Lesen Sie zumindest den Teil, in dem über den Umgang mit Ihren Daten informiert wird. Entscheiden Sie dann, ob Sie an dem Netzwerk teilnehmen möchten.

Zu einem datensparsamen Profil gehört, dass Sie nur solche Angaben machen, die unbedingt notwendig sind. Sie können Ihren Namen auch pseudonymisieren oder anonymisieren. Achten Sie bei der Wahl von Profilbildern darauf, dass sie nicht zu viel über Sie preisgeben.

Regel 3: Privatsphäre einstellen

Nehmen Sie in sozialen Netzwerken Einstellungen zur Privatsphäre vor!

Gleich nach dem Einrichten eines Profils sollten die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen vorgenommen werden: Wer kann die geposteten Inhalte sehen? Wer darf Kontakt aufnehmen? Wie soll das Profil in Suchmaschinen gefunden werden? Diese Einstellungsoptionen finden sich oft hinter einem Zahnrad-Symbol.

Überlegen Sie sich, was Sie als "öffentlich" posten wollen, das auch von Fremden gelesen werden kann. Es muss nicht immer jeder alles wissen. Es reicht völlig aus, wenn vernetzte Freund*innen erfahren, was Sie in sozialen Netzwerken posten. Diese Einstellung, ob eine Statusmeldung öffentlich für alle Welt oder nur für vernetzte Kontakte sichtbar ist, können Sie generell in den Privatsphäre-Einstellungen vornehmen oder individuell für jeden Post entscheiden.

Die folgenden Einstellungen der Privatsphäre auf Facebook helfen, das eigene Profil noch sicherer zu machen:

Freundeseinstellungen:

  • Wer kann Beiträge sehen? Einstellung: "Freunde"
  • Wer kann Freundschaftsanfragen senden? Einstellung: "Freunde von Freunden"
  • Frage, ob Suchmaschinen außerhalb das Profil anzeigen dürfen: Häkchen entfernen

Chronik und Markierungseinstellungen:

  • Wer kann in die Chronik posten? Einstellung: "Freunde"
  • Markierte Beiträge zuerst prüfen? Einstellung: "Ein"
  • Wer kann markierte Beiträge sehen? Einstellung: "Freunde"
  • Wer kann sehen, was andere in der Chronik posten? Einstellung: "Freunde"

Werbeanzeigen:

  • Werbeanzeigen mit sozialen Handlungen kombinieren? Einstellung: "Niemand"

Regel 4: Beachten Sie die Urheber- und Persönlichkeitsrechte!

Auch in sozialen Netzwerken gilt das Recht.

Welches Motiv auch immer für das Profil- oder Hintergrundbild gewählt wird, auch in sozialen Netzwerken gilt es, bestimmte Regeln zu beachten: Alle Infos in textlicher, bildlicher oder akustischer Form – also Fotos, Musik, Videos oder Gedichte, die selbst erstellt wurden – können uneingeschränkt genutzt und ins Netz gestellt werden, solange damit nicht die Rechte anderer Personen berührt werden.

Urheberrechte: Das Teilen von Inhalten in sozialen Netzwerken ist nur zulässig, wenn Rechteinhaber*innen ihre Inhalte bereits selbst in ein soziales Netzwerk hochgeladen haben und dieses Netzwerk die Teilen-Funktion anbietet. Das entspricht dann einer "Freigabe" durch die Rechteinhaber*innen, dass diese Inhalte innerhalb des Netzwerks weiter verbreitet werden dürfen.

Ist der Inhalt in dem Netzwerk aber unrechtmäßig hochgeladen worden, ist das Teilen eine Urheberrechtsverletzung. Das heißt, wenn andere Nutzer*innen eine Aufnahme eines aktuellen Kinofilms posten, welche illegal mit dem Handy erstellt wurden, darf der Inhalt nicht geteilt werden, obwohl das Netzwerk diese Funktion anbietet.

Persönlichkeitsrechte: Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, keine Fotos von fremden Personen ohne deren Erlaubnis zu veröffentlichen. Wenn Bilder des letzten Vereinsausflugs ins Internet eingestellt werden, darf dies nur mit Zustimmung der dort abgebildeten Personen passieren.

Verzichten Sie darauf, Kinderbilder in sozialen Netzwerken hochzuladen. Es besteht die Gefahr, dass es durch die Veröffentlichung zu Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Kinder kommt.

Regel 5: Immer ausloggen

Werden Sie misstrauisch bei Werbeangeboten oder Zugriffsschwierigkeiten und loggen Sie sich immer aus!

Misstrauen ist geboten, wenn man von Freund*innen werbliche Inhalte oder Spielempfehlungen bekommt, die diese sonst niemals posten würden. Links oder Angebote von vermeintlichen Freund*innen sollten nicht angeklickt werden und ihnen sollten auch niemals Konto- oder Zahlungsinformationen verraten werden.

Für die Sicherheit in sozialen Netzwerken ist es außerdem wichtig, dass Internetnutzer*innen sich nach jeder Nutzung ausloggen. Das gilt besonders an Computern im Gemeindehaus oder in Bibliotheken, die von mehreren Menschen genutzt werden. Wer sein Passwort regelmäßig wechselt, schützt den Account zusätzlich vor Missbrauch.

Regel 6: Man darf blockieren

Beachten Sie die Meinungsfreiheit, melden Sie rechtswidrige und beleidigende Inhalte und blocken Sie unverbesserliche Trolle!

Wie im "Offline-Leben" sollte der Umgang im Internet respektvoll und tolerant sein. Beleidigungen und üble Nachrede können durchaus rechtlich relevant sein. Aufhetzende, beleidigende sowie rechtswidrige Inhalte sollten beim Netzwerk-Betreiber immer gemeldet werden.

Als "Trolle" werden in der Online-Welt Personen bezeichnet, die heftige Debatten starten oder sich an ihnen beteiligen, ohne an einem sachlichen oder konstruktiven Austausch interessiert zu sein. Oft lassen Trolle auch dann nicht locker, wenn man schon nicht mehr auf sie reagiert. Wird die Belästigung zu anstrengend, können Nutzer*innen auch geblockt oder entfreundet werden. Prüfen Sie in den Sicherheits-Einstellungen, ob die Ihr Profil oder Ihre Einträge für einzelne Personen unsichtbar gemacht werden können.

Regel 7: Manche Netzwerke sind immer öffentlich

Achten Sie auf öffentliche und nicht-öffentliche Kommunikation bei Twitter!

Alles, was auf der Mikroblogging-Plattform Twitter ins Netz gestellt wird, ist öffentlich einsehbar. Und zwar nicht nur für alle anderen Nutzer*innen des jeweiligen Dienstes, sondern meist auch für alle anderen Internetnutzer*innen ohne eigenes Twitter-Profil. Auch sind die Inhalte über Suchmaschinen auffindbar. Denken Sie daran, dass Ihnen jeder Mensch folgen kann!

Anders als bei anderen sozialen Netzwerken entsteht eine Verknüpfung bei Twitter nicht dadurch, dass beide Beteiligte zustimmen. Bei Twitter können Nutzer*innen einander einfach "folgen", ohne sie um Erlaubnis zu bitten. Profil-Inhaber bekommen neue "Follower" zwar mitgeteilt, aber wenn diese ihr Profil anonym oder pseudonym angelegt haben, weiß man nicht, wer sich dahinter verbirgt.

Regel 8: Kosten, Rechte und Pflichen kennen

Informieren Sie sich über die Kosten, Rechte und Pflichten bei der Nutzung von Foto- und Video-Plattformen sowie Tauschbörsen!

Bei einigen Video-Plattformen, insbesondere aber bei Video-on-demand- und Streaming-Diensten, entstehen Kosten und eventuell Folgekosten, die vor der Buchung geprüft werden müssen. Auch die Kündigungsfristen sollten sie vor oder bei der Anmeldung überprüfen.

Einige Plattformen sichern sich über die AGB sämtliche Rechte an den veröffentlichten Inhalten ihrer Nutzer*innen. So können Fotos und Videos beispielsweise auch für Werbung auf der jeweiligen Plattform genutzt werden. Wie bei allen Online-Diensten sollte auch hier geprüft werden, welche Daten erhoben und wie sie verwendet werden.

Prüfen Sie immer auch die Privatsphäre-Einstellungen bei Video-Plattformen. Nutzer*innen sollten sich auch bei Videos genau überlegen, welche Inhalte sie der Öffentlichkeit zu sehen geben. Sind Videos einmal veröffentlicht, dürfen sie geteilt und auf anderen Webseiten eingebettet werden.

Beachten Sie stets auch bei Videoplattformen:

  • Persönlichkeitsrechte: Es dürfen keine Inhalte veröffentlicht oder gesendet werden, mit denen die Persönlichkeitsrechte von anderen Menschen verletzt werden.
  • Urheberrechte: Inhalte, die selbst erstellt wurden, können uneingeschränkt genutzt und ins Netz gestellt werden, solange davon nicht Rechte anderer Personen berührt sind.
  • Privatsphäre: In den Einstellungen kann bestimmt werden, wer was sehen darf.
  • AGB: Einige Betreiber von sozialen Netzwerken sichern sich über die AGB sämtliche Rechte an den veröffentlichten Inhalten ihrer Nutzer*innen. So können beispielswiese Fotos auch für Werbung auf der jeweiligen Plattform genutzt werden.
  • Datenschutz: Wie bei allen Online-Diensten sollte auch hier geprüft werden, welche Daten erhoben und wie sie verwendet werden.

Schützen Sie sich vor Schadsoftware aus Streaming-Angeboten und nutzen Sie nur eindeutig legale Dienste für den Genuss von Musik und Filmen. Bei Streamingdiensten sollte unbedingt auf die Sicherheit geachtet werden. Ganz besonders kostenlos angebotene Dienste können mit Schadsoftware behaftet sein und Computerviren verbreiten. Legale Angebote sind zwar meist kostenpflichtig, aber dafür sind Sie dabei auf der absolut sicheren Seite und sind besser vor Schadsoftware, Datenmissbrauch und Rechtsverletzungen geschützt.

Auf Tauschbörsen tauschen Nutzer*innen eigene Dateien aus, an denen sie die Rechte dafür besitzen. Liegen diese Rechte nicht vor, ist das Hochladen auf den Tauschbörsen illegal. Tauschen Sie nur Material in Tauschbörsen, an dem Sie die Rechte dafür besitzen!

Außerdem liegen die Dateien dabei nicht auf einem zentralen Server. Sie wandern von einem Heimcomputer zum nächsten. Da Inhalte bei Tauschbörsen direkt auf die Festplatte heruntergeladen werden, ist das Risiko groß, den eigenen Computer mit Schadsoftware zu infizieren. Insbesondere ausführbare Dateien (mit der Endung .exe) sollten nicht aus Tauschbörsen heruntergeladen werden. Ob Spiele oder Anwendungen: Sie können mit Viren versehen sein.

Regel 9: Besondere Aufmerksamkeit bei Live-Streams

Beim Live-Streaming müssen Urheber- und Persönlichkeitsrechte besonders geachtet werden!

Wer Videos live im Netz überträgt, muss sich vor der Übertragung absichern, keine Rechte Dritter zu verletzen. Es werden Einwilligungen von allen Personen benötigt, die zu sehen sein werden. Bei Veranstaltungen wie Gottesdiensten müssen Sie vorher informieren, dass der Gottesdienst im Internet zu sehen sein wird. Wenn Sie auch Besucher*innen zeigen wollen, bestimmten Sie vorher einen Bereich der Kirche, der nie im Bild sein wird. Dort können sich Gottesdienstbesucher hinsetzen, die nicht in der Online-Übertragung zu sehen sein wollen.

Durch die Live-Streaming-Technik können theoretisch unbegrenzt viele Zuschauer*innen erreicht werden. Deshalb kommt hier auch das Thema Rundfunk-Sendelizenz ins Spiel. Diese wird benötigt, wenn mehr als 500 Personen erreicht werden, journalistisch-redaktionelle Inhalte gesendet werden und wenn es feste Sendezeiten gibt. Für Rundfunklizenzen sind die Landesmedienanstalten zuständig.

Regel 10: Berufs-Netzwerke mitdenken

Beachten Sie auch in Karrierenetzwerken die wichtigsten Sicherheitsregeln mit Fokus auf Ihre Karriere und achten Sie auf ein aktuelles Profil!

Auch in Karrierenetzwerken wie Xing und LinkedIn gelten die Regeln zu Urheber- und Persönlichkeitsrechten. Gehen Sie zudem sparsam mit den eigenen Angaben um. Andererseits erfüllt das Profil in einem Berufsnetzwerk auch den Zweck eines digitalen Lebenslaufs: Hier sollte also angegeben und veröffentlicht werden, was derzeitige oder zukünftige Chef*innen, Mitarbeiter*innen oder Auftraggeber*innen wissen sollten. Zu viele private Informationen sind hier jedoch fehl am Platz. Schreiben Sie außerdem nie über organisationsinterne Themen!

Checkliste: 5 Tipps für die sichere Nutzung von sozialen Netzwerken

  • Für einige Plattformanbieter*innen sind Ihre persönlichen Daten wie eine Ware für Werbezwecke: Gehen Sie daher immer sparsam mit privaten Informationen um – bei der Einrichtung eines Profils sowie beim Posten von Bildern und anderen Inhalten.
  • Gehen Sie bei den Privatsphäre- und Datenschutz-Einstellungen in sozialen Netzwerken sorgfältig vor und erlauben Sie nicht allen den Zugriff auf Ihre Informationen. Prüfen Sie die AGB des genutzten sozialen Netzwerks.
  • Urheber- und Persönlichkeitsrechte spielen gerade bei visuellen und audiovisuellen Medien eine große Rolle. Klären Sie vorab: Darf ein Foto oder Video im sozialen Netzwerk veröffentlicht, geteilt oder gesendet werden?
  • Hinterfragen Sie Kontaktanfragen stets auf Echtheit und Seriosität der Absender*innen. Melden Sie "Cyberstalker*innen", die unaufgefordert und dauerhaft Kontaktversuche oder Betrugsversuche starten, an das jeweilige soziale Netzwerk.
  • Achten Sie bei der Nutzung von beruflichen Netzwerken auf ein professionelles und seriöses Profil, das Ihre aktuellen oder potentiellen Arbeitgeber*innen überzeugt.

Noch mehr Tipps und konkrete Anleitungen zur Sicherheit und Privatsphäre in sozialen Medien lernen Sie in unseren Selbstlernkursen Social Media für Einsteiger*innen und Social Media für Fortgeschrittene und in den entsprechenden Webinaren "Sicher vernetzen in Social Media" für Einsteiger*innen und Fortgeschrittene.

Infos zur Serie
Das Internet ist nicht nur unverzichtbar, es macht auch Spaß. Trotzdem sollte man wissen, wie man sein eigenes Profil gegen Kriminelle, Datenklau und Missbrauch schützen kann. Diese Serie erklärt die Grundlagen.