"taz" startet deutsch-türkisches Internetportal

"taz" startet deutsch-türkisches Internetportal
Die Berliner "tageszeitung" will den Eingriffen in die Pressefreiheit in der Türkei mit einem neuen Internetportal begegnen. Die Internetseite "taz.gazete" soll am 19. Januar online gehen, kündigte die Zeitung am Freitag in Berlin an. Auf dem Portal würden vor allem türkische Autoren berichten. Alle Beiträge sollen in türkischer und deutscher Sprache erscheinen.

Grund für den Start des Internetportals sei die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der immer aggressiver gegen die freie Presse vorgehe, erklärte die Zeitung. "Während das autoritäre türkische Regime ein Medium nach dem anderen ausschaltet, geben wir ein neues, freies und unabhängiges Medium heraus", sagte "taz"-Redakteurin Fatma Aydemir, die das Projekt leiten wird.

"taz.gazete" solle sich mit Berichten, Kommentaren, Essays und Interviews an Leser sowohl in der Türkei als auch in Deutschland richten, hieß es. Unter anderem würden der Kolumnist Aydin Engin, die Journalistin und Buchautorin Ece Temelkuran sowie Autoren der türkischen Zeitungen "Cumhuriyet", "Birgün", "Diken" und "Bianet" schreiben.

Die Idee für das zweisprachige Portal sei entstanden, nachdem Ende Oktober Mitarbeiter der türkischen Tageszeitung "Cumhuriyet" verhaftet worden waren, erklärte die Zeitung. Zur taz.gazete-Redaktion gehört den Angaben zufolge auch Ali Celikkan. Der Redakteur aus dem außenpolitischen Ressort von "Cumhuriyet" war gerade im Rahmen eines Austauschprogramms in der "taz" in Berlin, als viele seiner Kollegen verhaftet wurden. Er entschied sich, in Berlin zu bleiben. Außerdem arbeiten die Redakteurinnen Canset Icpinar, Elisabeth Kimmerle und Ebru Tasdemir im Team des Portals.

Das Internetportal ist ab 19. Januar unter www.gazete.taz.de abrufbar.

Meldungen

Top Meldung
Jesus Familie in Käfigen der Grenzsicherheitsbehörde ICE eingesperrt als Protest gegen Trumps Einwanderungpolitik.
Mit einer ungewöhnlichen Weihnachtskrippe prangert die Claremont-Methodistenkirche unweit von Los Angeles die US-Einwanderungspolitik an.