Unicef: 500.000 Kinder in Mossul in extremer Gefahr

Unicef: 500.000 Kinder in Mossul in extremer Gefahr
Seit März 2016 sind in der Region um Mossul bereits rund 130.000 Menschen vor den Militäroperationen geflohen. Unicef befürchtet, dass angesichts der Zuspitzung zusätzlich Tausende Kinder in überfüllten und unzureichend ausgestatteten Notunterkünften und Lagern Zuflucht suchen müssen.

Mehr als 500.000 Kindern und ihre Familien in der irakischen Stadt Mossul droht nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef in den kommenden Wochen extreme Gefahr. Viele Mädchen und Jungen könnten vertrieben werden, zwischen die Frontlinien oder ins Kreuzfeuer geraten, erklärte der Leiter von Unicef Irak, Peter Hawkins, am Dienstag. Die Organisation rief dazu auf, bei der Rückeroberung der Millionenstadt Kinder besonders zu schützen. Diese hätten bereits in den vergangenen zwei Jahren stark gelitten.

In Erwartung einer großen Flüchtlingsbewegung brachte das Hilfswerk vorsorglich Hygieneartikel, Latrinen, mobile Duschen und Materialien zur Wasserversorgung für 150.000 Menschen in die Region, wie Unicef Deutschland in Köln mitteilte. Insgesamt sollten in den kommenden Wochen Hilfsgüter zur Versorgung von 350.000 Menschen bereitgestellt werden. Zudem bildete Unicef nach eigenen Angaben mobile Teams aus, um schwer traumatisierte und verletzte Kinder zu betreuen und zu versorgen. Gemeinsam mit den Behörden stünden 50 Impfteams bereit, um Kinder gegen Masern und Polio (Kinderlähmung) zu impfen.


Seit März 2016 sind in der Region um Mossul bereits rund 130.000 Menschen vor den Militäroperationen geflohen. Unicef befürchtet, dass angesichts der Zuspitzung zusätzlich Tausende Kinder in überfüllten und unzureichend ausgestatteten Notunterkünften und Lagern Zuflucht suchen müssen.

Die irakischen Streitkräfte haben mit Unterstützung kurdischer Milizen und einer US-geführten Anti-Terror-Allianz in der Nacht zum Montag eine Offensive auf Mossul begonnen, um die Stadt von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu befreien. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass sich eine Million Menschen und mehr auf die Flucht begeben könnten. Nach Angaben aus UN-Kreisen könnte die Militäroffensive Wochen oder Monate dauern.
 

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