Erzbischof Koch verteidigt gemeinsamen Auftritt mit AfD-Vize

Erzbischof Koch verteidigt gemeinsamen Auftritt mit AfD-Vize
Im vergangenen Jahr war von Storch beim "Marsch für das Leben" in der ersten Reihe gelaufen. Koch grenzte sich von der Spitzenvertreterin der rechtspopulistischen Partei indirekt mit der Gründungserklärung des von ihm mitbegründeten "Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin" ab.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat einen gemeinsamen Auftritt mit der stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Beatrix von Storch beim "Marsch für das Leben" von Abtreibungsgegnern an diesem Samstag verteidigt. Er nehme an der vom christlichen Bundesverband Lebensrecht organisierten Kundgebung vor dem Berliner Reichstag und dem anschließenden Umzug teil, "um die zu stärken, die sich für den Schutz des Lebens engagieren", sagte Koch dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagsausgabe). Dazu gehörten "Menschen, die in unterschiedlichen Parteien engagiert" seien.

Im vergangenen Jahr war von Storch beim "Marsch für das Leben" in der ersten Reihe gelaufen. Koch grenzte sich von der Spitzenvertreterin der rechtspopulistischen Partei indirekt ab, indem er auf das vor einigen Tagen von ihm mitbegründete "Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin" verwies. Die Gründungserklärung spricht von der Sorge, "dass rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppierungen das Thema Flucht und Migration derzeit nutzen, um Feindseligkeit zu schüren und die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage zu stellen".



Während die katholische Kirche den "Marsch für das Leben" unterstützt, wird er von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz kritisiert. Die Landeskirche stehe für eine ergebnisoffene Schwangerenkonfliktberatung, die die Gewissensentscheidung der Frauen und Paare unterstütze, sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Das klare Anliegen ist es, den Frauen und ihren Familien Möglichkeiten aufzuzeigen, unter denen sie das Kind bekommen können."

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