Kanada: Atheistischer Pastorin droht Amtsenthebung

Kanada: Atheistischer Pastorin droht Amtsenthebung
Am Donnerstag wird ein regionaler Ausschuss der protestantischen United Church of Canada (UCC) prüfen, ob Gretta Vosper weiter als Pastorin arbeiten darf.

Eine endgültige Entscheidung über den Amtsverbleib der Pastorin wird allerdings auf nationaler Kirchenebene gefällt. Vergangene Woche hatte eine Untersuchungskommission der UCC festgestellt, Vosper sei nicht mehr geeignet für den Pastorendienst, weil sie nach eigenen Angaben "nicht an Gott, Jesus Christus oder den Heiligen Geist" glaube.

Die 58-Jährige ist seit 1997 Pastorin von West Hill, einer UCC-Gemeinde in Toronto. Bereits 2001 hatte Vosper erklärt, sie glaube nicht an ein "übernatürliches, interventionistisches göttliches Wesen". In ihrer Gemeinde verzichten die Mitglieder auf die Bibel. 2013 erklärte Vosper dann, sie sei Atheistin.

Die "Vereinigte Kirche von Kanada" gilt als theologisch sehr tolerant. Bei der Anhörung vor der Untersuchungskommission sagte Vosper, sie benutze das Wort "Gott" überhaupt nicht mehr, denn sie glaube an keinen Gott und das Wort schaffe eine "Barriere" zwischen Menschen.

19 der 23 Kommissionsmitglieder sprachen sich für die Amtsenthebung aus. Die Minderheit erklärte hingegeben, Vospers Ansichten lägen zwar nicht im Mainstream, seien jedoch "nicht einzigartig" in der Kirche.

Die UCC wurde 1925 durch einen Zusammenschluss presbyterianischer, methodistischer und kongregationalistischer Kirchen gegründet. Etwa zwei Millionen Kanadier geben an, der Kirche anzugehören.

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