Vor dem G20-Gipfel: China schließt Kirchen

Vor dem G20-Gipfel: China schließt Kirchen
Für die Dauer des G20-Gipfels an diesem Wochenende in Hangzhou in China haben die Behörden aus "Sicherheitsgründen" die Schließung von Kirchen angeordnet.

Zudem dürfen bis vier Tage nach Ende des G20-Gipfels keine religiösen Feiern stattfinden. Das berichtete im Vorfeld des Gipfels, an dem die Staats- und Regierungschefs der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer teilnehmen, die Global Times. Das Blatt ist ein Organ der Kommunistischen Partei Chinas.

Das Verbot gilt auch laut eines Berichts des US-amerikanischen Radio Free Asia (RFA) auch für die Untergrundgemeinden, die sich in Hauskirchen treffen. "Sie haben die Hauskirchen gezwungen, ihre Treffen vor dem G20-Gipfel einzustellen", sagte Zhang Mingxuan, Präsident der "Allianz der chinesischen Hauskirchen", gegenüber RFA.

Der Christ und Menschenrechtsanwalt Li Guisheng kritisierte gegenüber der britischen Zeitung The Guardian das Vorgehen der Behörden, für das es keine gesetzliche Grundlage gebe. "Ich verstehe nicht, warum sie das tun. Gott zu verehren hat nichts mit dem G20-Gipfel zu tun", sagte Li Guisheng gegenüber der Zeitung.

Hangzhou ist die Hauptstadt der Provinz Zhejiang, die seit geraumer Zeit wegen des Abrisses von Kreuzen von protestantischen und katholischen Kirchen international für Schlagzeilen sorgt. In der Provinz Zhejiang seien seit Beginn der Regierungskampagne gegen christliche Symbole Ende 2013 mehr als 2.000 Kreuze entfernt oder zerstört worden, hieß es bei einer Kundgebung von Christen in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong im April dieses Jahres. Offiziell würden die Kreuze mit der Zustimmung der zumeist protestantischen Gemeinden abgerissen. Diese Einwilligung werde aber in der Regel mit der Drohung erpresst, bei einer Verweigerung die ganze Kirche abzureißen.

Die Entfernung von Kreuzen und anderen christlichen Symbole aus der Öffentlichkeit gilt als Teil der Politik der kommunistischen Führung in Peking, ethnischen und religiösen Minderheiten chinesische Sitten, Gebräuche und Symbole aufzuzwingen.

Laut Verfassung gilt in China Religionsfreiheit. Die Kirchen stehen jedoch unter staatlicher Aufsicht. Laut offiziellen chinesischen Angaben gehören nur  100 Millionen Chinesen Religionen an. Inoffiziellen Schätzungen zufolge sind alleine mindestens 244 Millionen Chinesen Buddhisten, während sich 70 bis 100 Millionen zum Christentum bekennen.

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