Menschenrechtler: Ruanda sperrt Bettler und Straßenkinder in Lager

Menschenrechtler: Ruanda sperrt Bettler und Straßenkinder in Lager
Ruanda sperrt Menschenrechtlern zufolge Obdachlose, Bettler und Straßenkinder in Lagern ein. Eine große Anzahl Menschen sei in diesem Jahr in sogenannte "Rehabilitationszentren" gebracht worden, schreibt "Human Rights Watch" in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Die Lebensbedingungen in diesen Lagern seien miserabel und menschenunwürdig, Gewalt sei an der Tagesordnung. Der ostafrikanische Staat gilt wegen seines starken Wirtschaftswachstums als Vorzeigeland Afrikas.

"Human Rights Watch" zufolge steckten die Behörden Straßenverkäufer, Bettler, Arme und Straßenkinder für längere Zeit in etwa 28 solcher Lager im ganzen Land. Keiner sei aber formal angeklagt worden oder bekomme tatsächliche Unterstützung bei der Eingliederung in die Gesellschaft.  "Arme Leute unter menschenunwürdigen Bedingungen wegzusperren beendet die Armut nicht", kritisierte Afrika-Direktor Daniel Bekele. Er rief die ruandische Regierung auf, die Praxis zu beenden und die inoffiziellen Gefängnisse zu schließen.



In den vier Einrichtungen, zu denen die Organisation recherchiert hat, würden mehrere hundert Menschen in jeden Raum gepfercht. Dadurch müssten einige im Stehen schlafen. Ehemalige Insassen hätten erzählt, dass sie pro Tag nur zweimal den Raum für einen Toilettengang verlassen durften, dass sie Hunger und Durst litten. Viele seien von der Polizei oder Mitgefangenen geschlagen worden. Dem Bericht zufolge starben zahlreiche Insassen in den Lagern oder direkt nach ihrer Freilassung.

Das Wirtschaftswachstum in Ruanda liegt laut den Erwartungen der Afrikanischen Entwicklungsbank in diesem Jahr bei 7,5 Prozent. Knapp 40 Prozent der Bevölkerung leben in Armut. Die Regierung steht wegen ihrer autoritären Entscheidungen und Verhaltensweisen und der Verletzung von Menschenrechten immer wieder in der Kritik.

Meldungen

Top Meldung
Tipps der EKHN gegen Coronavirus in der Kirche.
Die EKD sieht angesichts der derzeit bekannten Coronavirus-Fälle in Deutschland keinen Grund zu übertriebener Sorge oder gar zur Panik. "Trotzdem wird es viele Menschen geben, die sich Sorgen machen, wenn sie am Abendmahl teilnehmen", sagte ein EKD-Sprecher.