Dachverbände: Kirchen sollen sich stärker für Flüchtlinge engagieren

Dachverbände: Kirchen sollen sich stärker für Flüchtlinge engagieren
Internationale kirchliche Dachverbände haben ihre Mitgliedskirchen zu mehr Engagement in der Flüchtlingskrise ermahnt.

Die Kirchen und kirchennahen Organisationen in Europa sollten sich mehr in die öffentliche Debatte einbringen und verstärkt auf rechtliche Verbesserungen für die Flüchtlinge dringen, erklärten die Verbände aus Brüssel, Genf und Utrecht am Montag. Bisher seien die Kirchen zu zögerlich, urteilten die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), die Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (KKME), der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) sowie die Protestantische Kirche in den Niederlanden.

Die Flüchtlingskrise ist nach Ansicht der Verbände auch eine Krise der öffentlichen Wahrnehmung, die häufig für politische Zwecke manipuliert werde. So werde die Situation häufig als Sicherheits- statt als humanitäre Krise missverstanden, erklärten sie. Gleichzeitig verwiesen die Verbände auf eine Kluft zwischen Worten und Taten: Europäische Regierungen plädierten für eine Versorgung der Flüchtlinge in deren Herkunftsländern, sorgen aber nicht für ausreichende finanzielle Hilfen für die betreffenden Staaten.

Kirchen und kirchliche Organisationen müssten vor diesem Hintergrund stärker darauf hinarbeiten, dass Flüchtlinge "als individuelle menschliche Wesen" wahrgenommen werden, verlangten KEK, KKME, ÖRK und die niederländische Kirche. Sie sollten auch juristische Mittel für Flüchtlinge nutzen. Wenn der nationale Rechtsweg ausgeschöpft sei, gebe es die Möglichkeit, über juristische Institutionen der Vereinten Nationen oder europäischer Organisationen die Menschenrechte von Flüchtlingen durchzusetzen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gehört der KEK, der KKME und dem ÖRK an.

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