TV-Tipp: "Unterwegs mit Elsa" (ARD)

TV-Tipp: "Unterwegs mit Elsa" (ARD)
10.6., ARD, 20.15 Uhr: "Unterwegs mit Elsa"
Wenn sich Mutter, Tochter und Enkelin gemeinsam auf eine Reise machen, ist selbstredend der Weg das Ziel; und fast unvermeidlich werden einige alte Rechnungen beglichen. "Unterwegs mit Elsa" ist ein Road-Movie, und wie in allen Filmen dieser Art geht es weniger darum, irgendwo einzutreffen, sondern zu sich selbst zu finden.

Hier kommt hinzu, dass die beiden Mutter/Tochter-Verhältnisse unter unausgesprochenen Altlasten leiden. Der Anlass für den Ausflug ist also in erster Linie Mittel zum Zweck, aber trotzdem nicht bloß vorgeschoben: Geschickt verpackt Bettina Woernle (Buch und Regie) die Geschichte in touristische Bilder, denn die Reise führt Elsa (Michaela May), ihre Tochter Fanny (Ulrike C. Tscharre) und die erwachsene Enkelin Clara (Alicia von Rittberg) nach Kroatien. Mit von der Partie ist außerdem der Hund Herr Schmitt, der keineswegs bloß Begleiter und Unruhestifter ist, sondern in der Binnendramaturgie der Familie eine wichtige Rolle spielt.

Der Film beginnt mit dem Tod von Elsas Mann, der aus Kroatien stammt und ihr neben einem Haufen Schulden auch eine kürzlich erworbene Villa in seiner alten Heimat hinterlassen hat. Während Fanny das Objekt umgehend wieder abstoßen will, möchte Elsa sich das Haus erst mal anschauen; sie hat ihr Leben lang davon geträumt, eine eigene Pension zu führen. Nicht zum letzten Mal im Verlauf der Handlung muss Fanny damit leben, überstimmt zu werden, und so macht sich das Trio in Elsas uraltem Citroën DS auf den Weg. Wie es sich für eine Heldinnenreise gehört, müssen sie unterwegs diverse Herausforderungen meistern. Erste Hürde ist der Zoll, weil Elsa die Urne mit den sterblichen Überresten des Gatten im Gepäck hat. Später geht das Auto erst kaputt, dann wird es gestohlen, und Fanny verguckt sich in einen charmanten Einheimischen (Alain Blazevic), hat aber Grund zu der Annahme, dass der schmucke Milan ihre Tochter bevorzugt. Als die drei endlich ihr Ziel erreichen, kommen sie gerade rechtzeitig, um Zeuginnen der Sprengung des Hauses zu werden; und dann gerät auch noch Herr Schmitt in große Gefahr.

Michaela May muss hin und wieder etwas dick auftragen, weil Elsa ständig von einem emotionalen Extrem ins andere wechselt, aber Ulrike C. Tscharre spielt ihre Fanny umso sparsamer und präziser. Die junge Alicia von Rittberg, für ihre Leistung in dem Heimkinddrama "Und alle haben geschwiegen" mit mehreren Nachwuchspreisen geehrt, ist ohnehin immer sehenswert, und auch Herr Schmitt macht seine Sache ausgezeichnet. Außerdem sorgt Kameramann Daniel Koppelkamm mit seinen schönen Bildern dafür, dass die drei Hauptdarstellerinnen buchstäblich ins rechte Licht gerückt werden.

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