Fotoaktion der Kirche über Kindersoldaten sorgt für Diskussionen

Die Fotos zeigen Kinder mit Maschinengewehren vor idyllischer Landschaft.

Foto: EKHN / Joachim Storch

Die Fotos zeigen Kinder mit Maschinengewehren vor idyllischer Landschaft.

Deutsche Jungen und Mädchen stehen mit schweren Waffen in einer idyllischen Landschaft. Die Aktion soll provozieren.

Eine Fotoaktion der evangelischen Kirche mit nachgestellten Fotoaufnahmen afrikanischer Kindersoldaten sorgt für Diskussionen. Die deutschen Jungen und Mädchen auf den Fotos stehen mit schweren Waffen in einer idyllischen Landschaft. Die Aktion solle provozieren und zeigen, "was mit Kindern in der Welt so alles gemacht wird", sagte der Hessentagsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Pfarrer Wolfgang Weinrich, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die EKHN hat das Fotoprojekt für den Hessentag in Herborn entwickelt. Es unterstützt die Aktion "Gitarren statt Gewehre" von Brot für die Welt.

Auf der Webseite des Hessischen Rundfunks, der über das Projekt berichtet, wird die Aktion kontrovers diskutiert. "Das ist doch einfach geschmacklos! Kindern darf man keine Waffen in die Hand geben und schon gar nicht für Werbezwecke für irgendwelche Spendenaktionen", schreibt eine Nutzerin. "Ich war schockiert, als ich das Foto gesehen habe. Aber die Macher haben recht. Es kann überall Krieg geben. Und damit Kindersoldaten", lautet ein weiterer Kommentar.

Schon bei den Aufnahmen selbst habe es lange Debatten mit Eltern und Kindern gegeben, berichtet Weinrich. Die Fotos wurden in Wehrheim im Taunus gemacht. Zuvor hatte Weinrich intern in der Kirchenverwaltung nach Freiwilligen gesucht und Nachbarn angesprochen. Für die Kinder seien die Aufnahmen sehr ungewöhnlich gewesen. Sie hätten die Waffen als "kaltes Ding" bezeichnet und betont: "Es hat mit mir nichts zu tun." Die Waffen stammen laut Weinrich von einem Filmausstatter. Sie seien echt, aber nicht mehr funktionsfähig.

Die Fotoaktion wird während einer musikalischen Lesung von Wolfgang Weinrich mit der Sängerin Eva Lind im kirchlichen Veranstaltungszelt "PurPurDom" zu sehen sein. Drei Motive zeigen die deutschen Kinder mit Waffen. Bei vier weiteren Bildern handelt es sich um die Originalaufnahmen aus Afrika, die von Brot für die Welt stammen. In der Ausstellung wird außerdem noch ein Foto einer Gitarre gezeigt. Mit der Hilfsaktion will Brot für die Welt ehemaligen Kindersoldaten im Kongo eine handwerkliche Ausbildung ermöglichen, unter anderem zum Gitarrenbauer.

Die Lesung beginnt am Sonntag, 22. Mai, um 16 Uhr im "PurPurDom". Am 24. Mai treten auf dem Hessentag Politiker des Hessischen Landtags gegen Pfarrer in einem Benefiz-Fußballspiel an, das ebenfalls auf "Gitarren statt Gewehre" aufmerksam machen soll. Der Hessentag in Herborn beginnt an diesem Freitag und dauert bis zum 29. Mai.