Rheinischer Präses wirbt für mehr Solidarität mit Juden

Rheinischer Präses wirbt für mehr Solidarität mit Juden
Der rheinische Präses Manfred Rekowski wirbt dafür, auf Anliegen der Juden in Deutschland mehr zu achten.

"Auch uns stünde es gut an, dienend und sorgsam für Jüdinnen und Juden da zu sein, statt hochmütig auf sie herabzublicken, wie es die Kirche über fast zweitausend Jahre hinweg gemacht hat", sagte Rekowski laut Redemanuskript am Sonntag in der Kreuzkapelle in Köln. Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Riehl überlässt die Kapelle nach ihrer Entwidmung der Liberalen Jüdischen Gemeinde "Gescher LaMassoret".

Damit wird erstmals ein Kirchengebäude in der Evangelischen Kirche im Rheinland zur Synagoge. Die evangelische Kirche hatte der heute 150 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde bereits 2001 einen Raum der Kapelle für ihre Gottesdienste überlassen. Die Umwidmung sei ein wichtiger Schritt im Verhältnis von Christen und Juden, betonte Rekowski. "Unser Platz ist an der Seite des Judentums." Das Christentum habe nicht die Aufgabe, Juden zu missionieren, sondern müsse ihnen vielmehr zuhören und von ihnen lernen.

"Es geht um sehr konkrete, gelebte Solidarität", betonte der rheinische Präses weiter. "Es geht um genau das, was Kirche den getauften wie ungetauften Juden gegenüber in der Zeit der Shoa so schrecklich selten geboten und so häufig verweigert hat." Mit Blick auf die heute nach Deutschland kommenden Flüchtlinge erklärte Rekowski, die Kirche müsse sie mitnehmen "auf unserem Lernweg, möglicherweise vorhandene Vorurteile gegenüber Jüdinnen und Juden zu überwinden".

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