Deutscher Fairness-Preis 2015 an Sina Trinkwalder und "Digitale Helden" verliehen

Die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder hat am Samstag in Frankfurt am Main den Deutschen Fairness-Preis 2015 erhalten. Der Fairness-Initiativpreis ging an den Verein Digitale Helden.

Die Gründerin des Textilunternehmens Manomama praktiziere überzeugend und vielseitig Fairness, lobte das Kuratorium der Fairness-Stiftung. "Mit ihrem Einsatz für auf dem Arbeitmarkt benachteiligte Menschen und für ökosoziale Textilien setzt sie starke, vorbildliche Signale für eine umfassend verstandene Fairness-Praxis." Trinkwalder übe Fairness im Umgang mit ihren Mitarbeitern, Lieferanten, der Umwelt sowie der Öffentlichkeit.

Die Unternehmerin gründete vor fünf Jahren die Firma Manomama. Ihre Idee sei es damals gewesen, "ein Unternehmen für diejenigen zu machen, die sonst keiner einstellt", sagte die 37-Jährige dem Evangelischen Pressedienst (epd). Heute hat Manomama gut 150 Beschäftigte. Darunter sind Alleinerziehende ebenso wie Menschen, die nicht lesen und schreiben können, Menschen mit psychischen Problemen oder mit Migrationshintergrund. Die Auszeichnung freue sie ganz besonders, sagte Trinkwalder, "weil damit unsere Art des Wirtschaftens anerkannt wird. Es ist ein Zeichen, dass wir ernst genommen werden."

Der Fairness-Initiativpreis ging an den Verein Digitale Helden. Das Kuratorium der Fairness-Stiftung lobte die Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassenstufe, die jüngeren Schülern, Eltern und Lehrern gegen Mobbing und Stress im Internet helfen. Die Initiative bietet in Zusammenarbeit mit Fachleuten anderen Schülern die Ausbildung zum Online-Mentor an. Inzwischen sei ein Netzwerk entstanden, dem 60 Schulen angehören.

Mit dem undotierten Deutschen Fairness-Preis sollen nach Angaben des Direktors der Fairness-Stiftung, Norbert Copray, Persönlichkeiten geehrt werden, "die in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Medien exemplarisch Fairness praktizieren". Im vergangenen Jahr wurde der Münchener Pflegekritiker und Buchautor Claus Fussek ausgezeichnet.

Die Fairness-Stiftung in Frankfurt am Main wurde im Mai 2000 als gemeinnützige GmbH gegründet. Sie ist Mitglied im Deutschen Spendenrat und im Bundesverband deutscher Stiftungen. Die Stiftung entwickelt unter anderem Modelle und Instrumente, wie Firmen fair wirtschaften können, und hilft Mobbing-Opfern.