Landesbischof Meister: VW muss Ehrlichkeit zurückgewinnen

Landesbischof Meister: VW muss Ehrlichkeit zurückgewinnen
Der Volkswagen-Konzern wird aus Sicht des evangelischen Landesbischofs Ralf Meister aus Hannover viele Jahre brauchen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

"Das Erschütternde ist die Einsicht, dass bei großen Wirtschaftsunternehmen Ehrlichkeit scheinbar keinen Wert hat", sagte der evangelische Theologe am Sonntag im NDR-Hörfunk mit Blick auf den Abgas-Skandal beim Wolfsburger Autobauer. VW hatte eingeräumt, bei Millionen Diesel-Fahrzeugen durch eine spezielle Software die Abgaswerte manipuliert zu haben.

Meister führte dies auf den hohen Erfolgsdruck in einer globalisierten Wirtschaft zurück. "Wirtschaftsunternehmen sind zum Erfolg verdammt", sagte er. "Dieser Druck zum Erfolg ist so groß, dass Grundkategorien, die für einen ehrbaren Kaufmann selbstverständlich waren, heute nicht mehr gelten oder nicht mehr so hochgehalten werden."

Jede Gesellschaft lebe jedoch davon, dass Personen und Institutionen wie Staat und Unternehmen ehrlich sein müssten, unterstrich der Landesbischof. Ohne dieses Vertrauen sei der Zusammenhalt gefährdet. "Da wird es jetzt die Frage sein, wie es gelingen kann, dass Ehrlichkeit in die Unternehmenskultur bei VW zurückkehrt, aber auch bei anderen Unternehmen."

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