Joko und Klaas begeistern mit Videobotschaft gegen Hetzer

Die TV-Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf (l) und Joko Winterscheidt.

Foto: dpa/Marius Becker

Die TV-Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf (l) und Joko Winterscheidt.

Joko und Klaas begeistern mit Videobotschaft gegen Hetzer
"Ihr bleibt erbärmliche Trottel, die sich auf Kosten der Ärmsten der Armen profilieren wollen"
Das Moderatoren-Duo Joko und Klaas hat mit klaren Worten gegen Fremdenhass Stellung bezogen. "Ihr bleibt erbärmliche Trottel, die sich auf Kosten der Ärmsten der Armen profilieren wollen", hieß es in einem Video der beiden, das sich an Rassisten richtete, die in sozialen Netzwerken gegen Flüchtlinge hetzen.

Bis zum Donnerstagmittag sahen sich fast zwei Millionen Menschen das Video an, auf der Facebook-Seite der Sendung "Circus Halligalli" wurde es fast 30.000 Mal geteilt.

Zunächst erklären die Moderatoren, sie hätten überlegt, ob sie sich überhaupt zu dem Thema äußern sollten. Ihr Arbeitszeugnis deute ja zunächst nicht daraufhin, dass das ihre Aufgabe sei. Allerdings hätten sie Millionen Zuschauer und Fans und wollten daher einen Kommentar an die "erbärmliche Minderheit" richten. "Sehr geehrte Ich-bin-zwar-kein-Nazi-aber-Idioten", beginnt Klaas Heufer-Umlauf. "Ihr denk, ihr gehört zu den wenigen, die sich trauen, den Mund aufzumachen." Tatsächlich seien die Rassisten aber erbärmliche Trottel. Während ihres Kommentars wurden Facebook-Botschaften mit fremdenfeindlichen Inhalten eingeblendet.

"Denkt nicht, dass ihr die Mehrheit seid. Ihr seid die Dummheit"

"Facebook verwechselt ganz ähnlich wie ihr Rassismus mit Meinungsfreiheit", erklärt Joko Winterscheidt. Dagegen seien Argumente weitgehend sinnlos. Heufer-Umlauf sagt: "Denkt nicht, dass ihr die Mehrheit seid. Ihr seid die Dummheit. Das schwächste Glied in der Kette. Die Peinlichkeit, die eine Demokratie, eine Fernsehshow oder eine Facebook-Seite wohl leider ertragen muss." Vielleicht schämten sich die Rassisten von heute später einmal für diesen Sommer, sagt Winterscheidt. Man wolle aber niemanden im Unklaren lassen, wie er und sein Kollege über diese Menschen dächten.

Beide Moderatoren fordern Rassisten auf, sie gerne im Fernsehen und in den sozialen Netzwerken zu boykottieren. Denn, so Heufer-Umlauf: "Keine Fernsehquote, kein Shitstorm kann jemals so schlimm sein, wie der Applaus von Leuten, die auch dann laut klatschen, wenn ein Flüchtlingsboot mit 800 Menschen im Mittelmeer versinkt."

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