Evangelische Kirche im Rheinland startet interreligiösen Unterricht

Die Evangelische Kirche im Rheinland geht zum Schuljahresbeginn neue Wege im Religionsunterricht.

An der von der Kirche getragenen Johannes-Löh-Gesamtschule in Burscheid bei Köln startet neben der Einführung von islamischem Religionsunterricht auch ein landesweites Modellprojekt für interreligiöse Kooperation, wie die Schulleitung am Dienstag mitteilte. An der Gesamtschule sollen muslimische und christliche Kinder neben getrenntem auch phasenweise gemeinsamen Religionsunterricht bekommen.

Die Schule werde damit dem Anspruch kirchlicher Schulen gerecht, auch bildungspolitische Pilotprojekte anzustoßen, sagte der Leiter der Abteilung Bildung im Landeskirchenamt, Oberkirchenrat Klaus Eberl. Ziel sei es, das Verständnis der Schüler für andere religiöse Positionen zu erweitern und so die Fähigkeit zum Dialog zu verbessern. Offenheit sei Voraussetzung für eine "pluralitätsfähige Gesellschaft".



Die Lehrpläne der Konfessionen hätten bei aller Verschiedenheit auch eine ganze Reihe gemeinsamer Ansätze, sagte Schulleiterin Angelika Büscher. Daher wolle man in dem Pilotprojekt zum Beispiel die Themen Schöpfung, Abraham als Stammvater und den Umgang mit Leben und Tod interkonfessionell behandeln. Pro Halbjahr solle jeweils ein Thema auf dem gemeinsamen Unterrichtsplan stehen. Bei den Eltern aller Konfessionen sei das Projekt "sehr positiv" aufgenommen worden, sagte Büscher weiter.

Insgesamt 37 muslimische Schüler hat die einzig verbliebene weiterführende Schule im rund 18.000 Einwohner zählenden Burscheid. "Ein Verständnis von Religion und Glauben, der Lebenshilfe bedeutet und Menschen zueinander führt, kann nicht zuletzt auch dazu beitragen, Vorurteile abzubauen", erklärte die Schulleiterin.