Bayern stoppen Kooperation mit ukrainischen Lutheranern

Die bayerische Landeskirche hat die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche in der Ukraine aufgekündigt. Das Vertrauensverhältnis mit der Kirchenleitung um Bischof Serge Maschewski sei nachhaltig gestört, erklärte Kirchenrat Ulrich Zenker der Münchner Wochenzeitung "Sonntagsblatt". Die Entscheidung sei in der Vollsitzung des Landeskirchenrates Anfang Juli gefallen.

Bischof Serge Maschewski habe die bayerische Entscheidung in einem Schreiben bereits akzeptiert. Es sei nun für die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine (DELKU) die Zeit gekommen, zur selbstständigen Landeskirche zu werden, heißt es demnach in dem Brief aus Odessa.

Bereits bald nach der Amtseinführung Maschewskis war es zu internen Konflikten gekommen. Maschewski hatte erst im Februar 2013 das Bischofsamt der kleinen ukrainischen Kirche übernommen, als erster Theologe, der aus dem damals zu Sowjet-Russland gehörenden Kasachstan stammt. Unter anderem habe der Bischof seinem Finanzchef vorgeworfen, Gelder veruntreut zu haben, sagte Zenker dem epd. Dabei habe er auch eine Mitschuld der bayerischen Landeskirche unterstellt.

Die Vorwürfe wies Ökumenereferent Zenker entschieden zurück. Mit dem ehemaligen kirchlichen Finanzchef in Odessa habe es 15 Jahre lang eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit" gegeben, bei Überprüfungen seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Um nicht alle Brücken abzubrechen, sollen die Gemeinden ihre Partnerschaften fortsetzen.