Umfrage: Mehrheit für bessere Integration von Flüchtlingskindern

Ein Flüchtlingsmädchen schaukelt auf einem Spielplatz in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen in Braunschweig.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Das Asylbewerberleistungsgesetz grenze Flüchtlingskinder aus, sagt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks.

Umfrage: Mehrheit für bessere Integration von Flüchtlingskindern
Alle in Deutschland lebenden Kinder sollen die gleichen Rechte und Möglichkeiten bekommen: Das befürworten zwei Drittel der Deutschen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert, die Diskriminierung von Flüchtlingskindern zu beenden.

Zwei Drittel der Deutschen wollen einer Umfrage zufolge bessere Startchancen für Flüchtlingskinder. 67 Prozent der Befragten seien der Ansicht, dass alle Kinder, die in Deutschland leben, die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben sollten, teilte das Deutsche Kinderhilfswerk am Freitag in Berlin unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage von infratest dimap mit. Ein knappes Drittel der Befragten (31 Prozent) ist dagegen der Meinung, Flüchtlingskinder sollten nicht sofort die gleichen Möglichkeiten erhalten.

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, forderte Bund und Länder auf, die Diskriminierung von Flüchtlingskindern in Deutschland zu beenden. Die Umfrage im Auftrag des Kinderhilfswerkes zeige, dass die Politik bei einer rechtlichen Gleichstellung aller Kinder in Deutschland die deutliche Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hätte, betonte Krüger. Für die Umfrage wurden bundesweit 1.000 Menschen ab 18 Jahren telefonisch befragt.

Gesetze grenzen Flüchtlingskinder aus

Das Asylbewerberleistungsgesetz grenze Flüchtlingskinder systematisch aus und gefährde das Kindeswohl. Damit widerspreche es der UN-Kinderrechtskonvention und den Grundgedanken des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, sagte Krüger, der auch Chef der Bundeszentrale für politische Bildung ist.

Krüger sprach sich für Patenschaftsprogramme aus, um Flüchtlingskindern in den ersten Jahren in Deutschland zu helfen. Hier sollten Bund, Länder und Kommunen eine Offensive starten. Die Hälfte der Bundesbürger (50 Prozent) kann sich laut Umfrage vorstellen, sich persönlich für Flüchtlingskinder etwa durch Übernahme einer Patenschaft oder durch ehrenamtliche Hilfe zu engagieren. 45 Prozent sind dagegen nicht bereit, sich persönlich einzubringen. Drei Prozent der Befragten gaben an, sich bereits für Flüchtlingskinder in Deutschland zu engagieren.

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