Pflegebranche wirbt nur selten Fachkräfte im Ausland an

Pflegebranche wirbt nur selten Fachkräfte im Ausland an
In fast zwei Dritteln der deutschen Pflegeeinrichtungen gibt es unbesetzte Stellen. Wegen hoher Kosten und rechtlicher Hürden suchen aber nur wenige im Ausland nach Fachkräften.

Trotz eines zunehmenden Mangels an Fachkräften in der Pflegebranche suchen deutsche Arbeitgeber nur selten im Ausland. Rund 60 Prozent der Pflegeeinrichtungen haben freie Stellen, im Durchschnitt seien dort 4,3 Stellen nicht besetzt, ergibt sich aus einer am Montag in Gütersloh vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung. Trotzdem habe bislang nur ein Sechstel der Pflegebetriebe versucht, Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren. Die befragten Arbeitgeber bemängelten zu hohe rechtliche Hürden und zu hohe Kosten.

 

Statt ausländische Pflegekräfte einzustellen, würden die Unternehmen eher Personal von der Konkurrenz abwerben oder versuchen, den Krankenstand zu senken, heißt es in der Studie. Gerade einmal 16 Prozent der Einrichtungen suchten außerhalb Deutschlands. Bei den Ländern, in denen in den vergangenen drei Jahren Pflegeunternehmen nach Arbeitskräften suchten, steht Spanien an erster Stelle. Dahinter folgen Polen, Kroatien, Rumänien, Italien und Griechenland. 

Unternehmen sind zufrieden mit ausländischen Pflegekräften

Unternehmen mit ausländischen Pflegekräften äußerten sich überwiegend positiv. Rund 60 Prozent der Unternehmen sind der Studie mit diesen Pflegefachkräften zufrieden oder sehr zufrieden. Für die Studie wurden 600 Personalverantwortliche in der deutschen Pflegebranche befragt.

 

Fast 70 Prozent der Unternehmen wünschen sich der Studie zufolge einen Abbau rechtlicher Hürden, bessere Angebote an Sprach- und Integrationskursen (87 Prozent) sowie mehr Informationsmöglichkeiten über Bewerber (73 Prozent). Besonders kleine und mittlere Unternehmen benötigten Unterstützung, hieß es. Je größer das Unternehmen und je professioneller seine Personalabteilung sind, desto mehr gewinne es Arbeitskräfte aus dem Ausland.