WHO nennt Ebola-Krise "beispiellos in moderner Zeit"

WHO nennt Ebola-Krise "beispiellos in moderner Zeit"
Die Zahl der Krankheitsfälle ist auf knapp 5.000 gestiegen. Grund für die weitere Ausbreitung ist laut UN und der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" die zögerliche Hilfe der Weltgemeinschaft.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat sich laut den Vereinten Nationen zu einer beispiellosen Krise in der modernen Zeit entwickelt. Die Zahl der Infektionen und Todesfälle steige "exponentiell", warnte der beigeordnete Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Bruce Aylward, am Dienstag in Genf. Nur wenn die internationale Gemeinschaft den Kampf gegen die Tropenkrankheit drastisch intensiviere, könne die Zahl der Fälle in den "Zehntausenden" gehalten werden. Die UN brauchen eine Milliarde US-Dollar für den Kampf gegen die tödliche Krankheit. Mehrere Staaten kündigten Hilfe an.

Laut Aylward hat die Zahl der Krankheitsfälle fast 5.000 erreicht, von denen 2.461 tödlich verlaufen sind. Am schlimmsten wüte die Ebola in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Auch in Nigeria und im Senegal gebe es Ausbrüche, die aber vergleichsweise klein seien.

Der UN-Ebola-Koordinator David Nabarro erklärte, man wolle eine globale Koalition aus Regierungen, UN und Hilfsorganisationen gegen die Ebola aufbauen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon werde die Koalition leiten. Bislang sei jedoch erst etwa ein Drittel der benötigten eine Milliarde US-Dollar eingegangen, sagte Nabarro. Mit dem Geld sollen Krankenstationen aufgebaut und ausgestattet, die Transport- und Diagnosemöglichkeiten für Erkrankte verbessert, die Infektionskontrolle erweitert und die Schutzvorrichtungen für die medizinischen Teams verbessert werden.

Die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe, Valerie Amos, warnte durch die Epidemie werde die Lebensmittelknappheit in Liberia, Sierra Leone und Guinea weiter verstärkt. Auch ein Mangel an Trinkwasser und sanitären Einrichtungen sei vorstellbar.

Die USA wollen 3.000 Soldaten nach Westafrika entsenden. Die Soldaten und Mediziner sollten Behandlungszentren mit bis zu 1.700 Betten errichten und bis zu 500 lokale Gesundheitsmitarbeiter pro Woche trainieren, hieß es laut Medienberichten aus US-Regierungskreisen. Das US-Verteidigungsministerium werde 500 Millionen US-Dollar bereitstellen. Ein US-General solle von Liberias Hauptstadt Monrovia aus die Aktionen leiten.

China kündigte derweil laut WHO die Entsendung von 59 Gesundheitsexperten in die Krisenregion an. Malaysia sagte die Lieferung von 21 Millionen Schutzhandschuhen zu. In der vorigen Woche hatte bereits Kuba erklärt angekündigt, ein 165-köpfiges medizinisches Team nach Sierra Leone zu schicken.Die derzeitige Ebola-Epidemie in Westafrika hat sich laut den UN zu einer beispiellosen Krise in der modernen Zeit entwickelt. Nur wenn die internationale Gemeinschaft den Kampf gegen die Fieberkrankheit drastisch intensiviere, könne die Zahl der Fälle "in den Zehntausenden" gehalten werden, sagte der beigeordnete Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Bruce Aylward, am Dienstag in Genf. Die internationale Präsidentin von "Ärzte ohne Grenzen", Joanne Liu, kritisierte derweil eine weitgehende Untätigkeit der Staatengemeinschaft. "Wir können schlicht nicht nachvollziehen, warum wir als private Hilfsorganisation die meisten Krankenbetten zur Verfügung stellen."

Die Chance, Ebola erfolgreich zu bekämpfen, drohe vertan zu werden, sagte Liu in ungewöhnlich deutlichen Worten bei einem Treffen von Geberstaaten und Hilfsorganisationen am Dienstag in Genf. Dass die Krankheit derart dramatische Ausmaße angenommen habe, liege vor allem an einer unzureichenden Hilfe aus dem Ausland. In den vergangenen Wochen hätten trotz drastischer Warnungen nur wenige Länder konkrete Hilfe geleistet.

Die UN brauchen eine Milliarde US-Dollar für den Kampf gegen die tödliche Krankheit. Inzwischen haben mehrere Staaten Hilfe ankündigt. Aylward warnte, die Zahl der Infektionen und Todesfälle steige "exponentiell". Die WHO geht davon aus, dass sich bislang fast 5.000 Menschen mit dem Virus angesteckt haben, jeder Zweite ist gestorben. Schwerpunktländer der Epidemie sind Liberia, Sierra Leone und Guinea, aber auch in Nigeria und dem Senegal gibt es vereinzelte Fälle.

"Kranke trommeln an die Türen unserer Behandlungszentren in Liberias Hauptstadt Monrovia, weil sie ihre Familien nicht anstecken wollen und verzweifelt nach einem sicheren Ort suchen", sagte Liu laut vorab verbreitetem Manuskript. "Unsere Teams müssen diese Leute tragischerweise abweisen." Nach eigenen Angaben hat "Ärzte ohne Grenzen" mehr als 530 Betten in fünf Ebolabehandlungszentren und etwa 2.000 Hilfskräfte in der Region. "Trotzdem sind wir überfordert", so Liu.

Der UN-Ebola-Koordinator David Nabarro erklärte, man wolle eine globale Koalition aus Regierungen, UN und Hilfsorganisationen gegen die Ebola aufbauen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon werde die Koalition leiten. Bislang sei jedoch erst etwa ein Drittel der benötigten eine Milliarde US-Dollar eingegangen. Mit dem Geld sollen Krankenstationen aufgebaut und ausgestattet, die Transport- und Diagnosemöglichkeiten für Erkrankte verbessert, die Infektionskontrolle erweitert und die Schutzvorrichtungen für die medizinischen Teams verbessert werden.

Die USA wollen 3.000 Soldaten und Mediziner nach Westafrika entsenden. Sie sollen Behandlungszentren mit bis zu 1.700 Betten errichten und bis zu 500 lokale Gesundheitsmitarbeiter pro Woche trainieren, hieß es laut Medienberichten aus US-Regierungskreisen. Das US-Verteidigungsministerium werde 500 Millionen US-Dollar bereitstellen. China kündigte derweil laut WHO die Entsendung von 59 Gesundheitsexperten in die Krisenregion an. Malaysia sagte die Lieferung von 21 Millionen Schutzhandschuhen zu. In der vorigen Woche hatte bereits Kuba erklärt angekündigt, ein 165-köpfiges medizinisches Team nach Sierra Leone zu schicken.
 

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